Hafernudeln - Klappt das? Das Experiment für die Buddah-Bowl

13. Mai 2017 Kommentieren Ausdrucken?


Trendfood: Buddah Bowl - Mit Hafernudeln

Ich habe einige Stärken. Frühstücken gehört aber nicht dazu. Denn die erste Mahlzeit des Tages lasse ich gerne mal aus oder ich gönne mir erst gegen 10 Uhr einen Apfel oder eine Banane, wenn ich richtig Hunger bekomme. Ansonsten, starte ich mit dem Mittagessen in meinen kulinarischen Tag.

Ich könnte es auf die mangelnde Zeit unter der Woche schieben oder die Lust noch fünf Minuten länger liegen zu bleiben, aber damit würde ich es mir selbst ziemlich leicht machen. Denn auch am Wochenende, ausgeschlafen und fit frühstücke ich nur recht selten. Der Grund? Pure Faulheit.

Eigentlich ist meine Faulheit ziemlich ärgerlich, denn dadurch gehen mir tolle Lebensmittel flöten, die ich bisher wirklich nur schlecht in ein leckeres Mittagessen oder Abendessen einbauen konnte.

Nehmen wir zum Beispiel den Klassiker “Haferflocken”. Total lecker im Müsli, als Overnight-Oats oder ganz neu als “Pudding Oats”. Allesamt verdammt gute Frühstücksklassiker, super gesund und auch richtig lecker. Aber meistens nicht auf meinem Speiseplan. Schade.

Nudeln aus Hafermehl in der Buddah Bowl


Das Schlimmste: Ich liebe Hafer. In fast allen Formen und Arten. Allen voran meine Homemade Hafermilch. Doch, wenn ich nicht frühstücke, weiß ich kaum wie ich das leckere und vor allem gesunde Getreide in meinen Speiseplan einbauen soll.
Am spannendsten finde ich den hohen Zinkgehalt, der in Hafer enthalten ist. Denn ich habe festgestellt, je mehr Zink ich zu mit nehme, desto weniger werde ich krank, desto schneller heilen kleine Wunden ab und desto schöner wird meine Haut. Hafer ist also für mich ein idealer Schönmacher. Aber jeden Tag Haferscones essen? Schmeckt zwar lecker, macht aber auf Dauer sicher etwas runder auf den Hüften. Also habe ich ein wenig experimentiert und versucht Hafer aktiv in meine Rezepte einzubauen.

Als Nudelfan lag es für mich da natürlich nahe mich zu fragen, ob man aus Hafermehl nicht auch Nudeln herstellen könnte. Wenn es mit Weizenmehl geht, sollte das doch auch mit Hafermehl gehen, oder? Also nichts wie ran an den Teig und ausprobiert.

Pasta aus Hafermehl - so geht es

Nudeln aus Hafermehl


Für normalen Nudelteig gehe ich im Rezept immer von 100g Mehl und einem Ei pro Person aus. So auch bei den Hafernudeln. Entsprechend kannst du dir die Mengen ganz leicht selbst anpassen.

Für 2 große Portionen
300g Hafermehl
3 Eier
1 El Olivenöl
1/2 Tl Salz
Getrocknete Kräuter deiner Wahl
Evtl. Etwas Wasser, um den Teig geschmeidig zu machen.


Ich mische Hafermehl mit Eiern, Olivenöl, Kräutern und Salz. Daraus forme ich eine zusammenhängende Kugel. Falls es notwendig sein sollte, füge noch etwas Wasser hinzu, um den Teig geschmeidig zu machen. Wenn er sich anfühlt wie ein weiches Ohrläppchen und nicht mehr an den Fingern klebt, ist er perfekt. Jetzt darf die Teigkugel mindestens eine Stunde bei Zimmertemperatur, dicht in Folie gewickelt ruhen. Erst dadurch verbinden sich die Klebstoffe im Teig und du kannst ihn besser ausrollen.

Nach der Ruhezeit knete ich ihn noch einmal etwas durch und walze ihn stückchenweise mehrmals durch die Nudelmaschine. Du merkst schon, wenn  der Teig soweit ist und sich bequem ausrollen lässt. Sobald du schön lange zusammenhängende Platten auswalzen kannst ist der Teig perfekt und du kannst ihn bis zu Stufe 4 oder 5 auswalzen. Entweder schneidest du deine Hafernudeln anschließend per Hand oder schickst sie nochmal durch den Schneid-Aufsatz.

Wichtig ist, dass du die fertigen Hafernudeln etwas antrocknen lässt, bevor du sie ca. 4-5 Minuten im heißen Wasser garst.

Danach kannst du sie ganz nach deinen Wünschen weiterverarbeiten. Vielleicht sogar in einer lustigen Buddha Bowl, so wie ich.

Für die Bowl arrangierst du einfach deine Hafernudeln, etwas Gemüse, Salat und ein leckeres Joghurt Dressing in einer hübschen Schüssel. Und schon fertig. Ein perfektes Mittagessen. Gesund noch dazu!

Was bei der Verarbeitung von Hafermehl wichtig ist

Was mir bei der Verarbeitung von Hafernudeln aufgefallen ist:

  • Das Hafermehl braucht mehr Flüssigkeit als Weizenmehl. Das kann man aber gut mit Wasser regulieren.
  • Die Hafernudeln sind nach dem Kochen ziemlich zerbrechlich. Vermutlich wäre eine kürzere, kompakte Nudelform etwas besser geeignet. Das nächste mal mache ich keine Bandnudeln.
  • Die Hafernudeln haben einen würzigen Eigengeschmack. Das ist ziemlich lecker und außergewöhnlich. Man sollte das aber bei der Weiterverarbeitung im Rezept beachten. Nicht alles passt dazu.

Fazit: Ich mag Hafernudeln, auch wenn sie etwas schwieriger zu verarbeiten sind. Für mich eine leckere und gesunde Variante eine Portion Hafer in meinen Speiseplan zu integrieren.

PS: Mittlerweile habe ich auch Hafergrütze für mich entdeckt. Die lässt sich super für einen  leckeren Salat oder als Beilage verwenden. Dazu wird sie nur in etwas Gemüsebrühe gekocht und anschließend weiterverarbeitet. Ich liebe sie statt Bulgur im leckreren “Bulgur-Salat.”

Hier findest du noch mehr tolle Hafer-Rezepte von mir:
An dieser Stelle sage ich Danke an Lukas von Hafer - Die Alleskönner für die tolle Anregung und Inspiration auch mal Hafer etwas kreativer in den Speiseplan einzubauen.


Low Carb Bohnenmus-Auflauf und die Sache mit den Fehlern…

2. März 2017 Kommentieren / Ausdrucken?

Fehler. Jeder hat schon mal einen gemacht. Jeder kennt jemanden, der schon mal einen gemacht hat. Es gibt Kleine, es gibt Große. Und es gibt Lebensverändernde. Es gibt welche, die wenig Schaden anrichten und welche, die man vielleicht noch zum Guten wenden kann.

Es gibt Moralische und es gibt … Moment: Gibt es Fehler, die nicht moralisch sind? Während ich diese Zeilen tippe, gerate ich ins Stocken. Ich frage mich, was Fehler eigentlich sind. Wer definiert, was ein Fehler ist und wie unser Fehlverhalten behandelt wird? Wer entscheidet über mögliche Konsequenzen?


Was sind Fehler? 

 Auf einmal meldet sich der Geisteswissenschaftler in mir zu Wort:

“Fehler sind Verhaltensweisen, die von der Gesellschaft als negativ bewertet werden. Über Generationen hinweg werden adäquate Verhaltensweisen sozial ausgehandelt. Ein Verstoß dagegen wird mit Sanktionen belegt.”

Von klein auf lernen wir, was Fehler sind. Was wir tun dürfen und was wir besser nicht tun sollten. Wir lernen, uns an Regeln zu halten. Regeln, die wir, die Gesellschaft, uns auferlegt haben. Während unseres Lebens kommt es vor, dass wir gegen diese Regeln rebellieren. Mal mit lautem Protest, mal leiser. Mal länger, mal kürzer. Je nachdem, wie sehr wir die gesetzten Regeln in Frage stellen.

Je älter wir werden, desto komplexer werden die Regeln um uns herum. Die soziale Welt, in der wir leben wird vielschichtiger. Die Anforderungen, uns in das jeweilige Gefüge einzupassen immer größer. Zumindest scheint es so, während wir beginnen das große Ganze zu begreifen.

Auf einmal gibt es ungeschriebenen Regeln im Verhalten gegenüber anderen. Dazu kommen Regeln, die wir uns selbst auferlegen, weil wir uns mittlerweile ein Bild davon gemacht haben, wie wir leben möchten. Weil wir definiert haben, was für ein Mensch wir selbst sein möchten.

Und dann gibt es noch die vielen kleinen anderen Regeln. Zum Beispiel die Regeln der Arbeit. Die Regeln des Lebens, Kommaregeln, Straßenverkehrsregeln, Sicherheitsvorschriften oder versteckte Regeln, die beim ersten Anschein eher wie Handlungsempfehlungen wirken.
Dazu zähle ich auch Bedienungsanleitungen oder Kochrezepte. Begehen wir bei solchen Handlungsempfehlungen einen Fehler oder beachten wir die einzelnen Schritte in einem Rezept nicht richtig, müssen wir damit rechnen, dass uns das Gericht nicht gelingt oder das Regal eben nicht sicher steht.

Risiko?


Manchmal kalkulieren wir dieses Risiko bewusst ein. Wenn wir uns zum Beispiel nicht an das Kochrezept halten wollen. Dann kreieren wir entweder etwas Neues, das Gericht landet in der Tonne oder sieht mit etwas Glück einfach nur nicht so hübsch aus, wie wir es uns vorgestellt haben. Mit großen Konsequenzen müssen wir allerdings nicht rechen. Es entsteht kaum Schaden und entsprechend gering kalkulieren wir unser Risiko.

So wie bei meinem Bohnenmus-Auflauf, denn du hier siehst. Sieht nicht hübsch aus, schmeckt aber fantastisch. Und ich habe mich dafür sogar einigermaßen an ein Rezept gehalten. Der einzige Fehler daran war vielleicht, dass ich davon wirklich Fotos gemacht habe und sie dir hier zeige. Aber vermutlich ahnst du bereits, worauf ich mit meiner Vorrede und dem Vergleich mit meinem Bohnemus-Auflauf hinaus will.

Bevor ich mit meiner Pointe um die Ecke komme: Hier ist das Rezept für diesen sensationell leckeren Bohnenmus-Auflauf mit Brokkoli. Du solltest ihn wirklich mal probieren. Auch wenn er nicht so fotogen ist.


Inspiriert wurde ich dazu durch das Kochbuch „Körner - Rezepte mit Biss”. So richtig an die “Regeln” halten konnte ich mich jedoch nicht… Wer hätte es gedacht?
Das tut dem Geschmack zum Glück keinen Abbruch und ich habe mir sagen lassen, dass die meisten "Matsch-Gerichte" zwar wirklich furchtbar aussehen, aber dafür umso leckerer sind. Kann ich bestätigen!

Low Carb Bohnenmus-Auflauf


Für etwa 4 Portionen
2 Dosen weiße Bohnen
Etwas Olivenöl
1 fein gehackte Zwiebel
2 fein gehackte Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer, etwas Gemüsebrühpulver

Die Zwiebel zusammen mit dem Knoblauch in einer Pfanne mit etwas Olivenöl glasig dünsten. Eine Dose Bohnen abtropfen lassen und dazu geben. Den Inhalt der zweiten Dose inklusive Wasser in die Pfanne geben. Alles leicht aufköcheln lassen. In eine Schüssel oder die Küchenmaschine umfüllen und folgende Zutaten hinzugeben:

2 EL Ziegenfrischkäse
2 EL Milch
1 Prise Chili oder Harrisa-Mischung
50g geriebenen Bergkäse

Alles fein pürieren, mit Salz, Pfeffer und Gemüsebrühe abschmecken und in eine gefettete Auflaufform geben. Gewaschene und geputzte Brokkoli-Röschen darauf verteilen und etwas in die Masse drücken. Mit Käse bestreuen und bei 180°C Ober-/Unterhitze 20-25 Minuten backen lassen.

Fehler sind Regelverstöße


Bei kleinen Regelverstößen, wie der Missachtung einer Bedienungsanleitung oder eines Rezeptes, ist es einfach das Risiko für einen Fehler einzurechnen. Schwieriger wird es bei moralischen Fehlern, die vielleicht das Bild von uns verändern, das andere sich von uns gemacht haben. Die Konsequenzen sind bei einem Fehler in diesem Bereich meist weitreichender und uneinschätzbarer. Woher sollen wir auch wissen, wie, ob und wann der eine kleine Fehler beispielsweise unser späteres Berufsleben beeinflussen wird oder unsere Beziehung? Holt er uns vielleicht ein, wenn wir am wenigsten damit rechnen?

Fehler auf der emotionalen Ebene passieren gerne, wenn sich ein Gesprächsverlauf verselbstständigt oder es uns sogar komplett entgleitet. Oder wenn wir unbedacht Dinge äußern, die wir nicht zu Ende gedacht haben. Dann möchten wir uns am liebsten auf die Lippe beißen oder gar die Zeit zurückdrehen.

Wir merken, wie in uns dieses beklemmende Gefühl aufsteigt. „Verdammt.. Hier hab ich ganz schön was vermasselt. Nicht aufgepasst. Nicht mitgedacht.”

Hitze steigt uns ins Gesicht. Es wird warm. Panik macht sich breit und schon beginnt die Gedankenmühle zu mahlen. Hat jemand meinen Fehler bemerkt? Wird mein Fehler Konsequenzen haben? Habe ich eine Chance, die Sache wieder in Ordnung zu bringen?
In Sekundenbruchteilen kalkulieren wir unsere Möglichkeiten… und sehen vielleicht ein, dass wir jetzt an einer Weggabelung stehen.
Wir haben zwei Möglichkeiten:

Entweder: Wir leugnen alles oder verschweigen unseren Fehler - unter den Tisch fallen lassen fällt auch in diese Kategorie.
Oder aber: Wir stehen zu unserem Fehler, entschuldigen uns offen und ehrlich. Optional versuchen wir, ihn zu korrigieren oder zumindest lernen wir daraus.

Nur zwei Möglichkeiten.


Alles was uns hier bei der Entscheidung hilft, ist unsere eigene Einstellung. Wie hoch setzen wir unseren eigenen moralischen Maßstab an. Wie bewerten wir Fehler? Als Chance oder als Grund, um wütend zu werden und uns in unser Schneckenhaus zurückzuziehen? Wir entscheiden. Manchmal bei jedem Fehler neu.

„Um echt zu sein, musst du scheitern. Um menschlich zu sein, musst du Fehler machen. Um zu wachsen, musst du furchtlos sein und ihnen mutig ins Gesicht sehen.”

Wer möchte nicht menschlich sein? Wer will nicht wachsen? Und wer um Himmelswillen möchte in unserer Zeit nicht irgendwie „echt” sein?

Mit einer solchen Einstellung ist es leicht die richtige Weggabelung zu wählen.

Wir gestehen den Fehler ein.

Das muss nicht mal gegenüber einem anderen sein. Auch nicht gegenüber demjenigen, der uns vielleicht darauf aufmerksam gemacht hat. Es sei denn, man erkennt, dass man sich ehrlich entschuldigen muss.
Aber als erster Schritt reicht es, ehrlich zu uns selbst sein und sich einzugestehen, dass man hier Mist gebaut hat. Denn jetzt hat man eine Chance. Eine echte sogar. Man kann wachsen! Aus seinem Fehler lernen und sicher stellen, dass man den selben nicht nochmal macht. Eigentlich ziemlich gut, oder?

Verleugnen wir hingegen unseren Fehler, dann grummeln wir muffelig vor uns hin und ärgern uns. Wir suchen Sündenböcke, statt eine neue Chance zu entdecken, mehr aus uns zu machen. Vielleicht verpassen wir sogar eine Chance zu wachsen.

Sicher fragst du dich, wie ich jetzt zu dieser irren Erkenntnis gekommen bin und warum vor allem heute?

Ich habe letzte Woche einen Fehler gemacht. - Nein, nicht diesen Bohnenmus-Auflauf. Mir ist eine Situation entglitten. Die Gruppendynamik um mich herum war einfach etwas schneller, als ich die Situation zu Ende denken konnte und gegensteuern konnte. Ein falscher Satz und schon war es passiert.

Während in mir Panik auf stieg und ich merkte, wie mein Gesicht immer wärmer wurde, habe mich gefragt, welche Konsequenzen mich nun erwarten. Die Gedankenmühle bewegte sich in Sekundenbruchteilen. Bis ich sie schließlich stoppte und mir sagte: Ich habe jetzt selbst in der Hand, wie ich mit diesem Fehler umgehe.

Ich stand an der Weggabelung und entschied mich, den Fehler als Chance zu begreifen, um zu wachsen.

Spätestens heute habe ich das beste aus meinem Fehler gemacht: 1240 Wörter - die du jetzt lesen musstest. Ob das ein Fehler war? Entscheide selbst!



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