Gebackener Panzanella - Warum Innovation Mut erfordert

20. September 2016 Kommentieren / Ausdrucken?

… oder warum wir immer nur zweitklassig bleiben, wenn wir anderen hinterherlaufen.

 Geackener Brotsalat mit Feta und Tomaten

Gewagte These für einen kleinen Foodblog. Nicht wahr? Auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, als habe das Thema Innovation nur am Rande etwas mit einem Foodblog zu tun, ist es im Grunde genommen mehr als so mancher glauben mag. Gerade in der Kombination mit der kleinen und feinen Charaktereigenschaft “Mut”.

Als kleines Beispiel habe ich dir heute einen leckeren, italienischen Brotsalat - einen Panzanella - mitgebracht. Doch nicht etwa irgendeinen Panzanella! Nein! Ich habe ihn im Ofen gebacken. Eigentlich gehört sich das so nicht für einen waschechten Panzanella und die italienische Oma würde mich vermutlich mit dem Nudelholz durch das gesamte Dorf jagen, weil ich meinen Brotauflauf rotzfrech Panzanella nenne. Siehst du - ganz schön mutig! Aber das ist nicht ganz der Mut, auf den ich im Kern meiner Geschichte heute hinaus will.

Bevor ich dir aber erzähle, was es mit Innovation und Mut auf sich hat und warum mich das Thema auf dem Blog so sehr beschäftigt, serviere ich dir lieber erst einmal eine warme Mahlzeit, damit du dich besser konzentrieren kannst.


Vermutlich könnte man diesen Panzanella auch Brotauflauf nennen

Gebackener Panzanella

Für etwa 4 Portionen

500g Tomaten
250g Fetakäse
100g Oliven, falls du magst
250g Brot oder Vollkornsemmeln in grobe Stücken gerissen oder Würfel geschnitten
Basilikum, Salz, Pfeffer, Olivenöl, etwas Zitronensaft, etwas Honig

Schneide die Tomaten und den Fetakäse in grobe Stücke. Gib die Tomaten in eine mit Olivenöl ausgefettete Form und streue etwas Pfeffer und Salz darüber. Gerne kannst du jetzt auch noch ein wenig Honig über die Tomaten geben, um die feine Süße zu unterstreichen. Gib nun reichlich Olivenöl über die Tomaten und mische alles einmal kräftig mit den Händen durch. Jetzt fehlen nur noch einige Spritzer Zitronensaft, die Oliven und die Brotstücke. Als letzte Schicht streust du etwas Feta über den Salat und schiebst alles bei etwa 180°C für 25 Minuten in den Backofen. Als Krönenden Abschluss garnierst du mit gehacktem Basilikum. 

aber egal wie man diesen Brotsalat auch nennt, er ist mit Liebe gemacht

Klar ist das mutige in den Ofen Schieben eines Brotsalats nicht mit dem Mut zu vergleichen, den es braucht, um sich selbst zu definieren. Die Risiken sind schlichtweg kleiner. Allerdings zeugt es von mutiger Kreativität einmal etwas Neues mit etwas Altem auszuprobieren und -  jetzt kommt das für mich Wichtigste daran - etwas einmal ganz anders als all die anderen zu machen.
Wie viele gute Köche sind wohl schon am Konkurrenzdruck untereinander kaputtgegangen, weil sie genau eines nicht begriffen haben: Innovation erfordert Mut! Und das bedeutet vor allem auch: nicht alles genauso zu machen, wie es uns andere vorleben.

Kreativität ohne Vergleich mit der Konkurrenz führt zu authentischer Kreativität und dem Ausschöpfen seines vollen Potentials. Man kann so wirklich zeigen, wer man ist und hechelt nicht immer und immer wieder einem Maßstab hinterher, den man vermutlich eh kaum erreichen wird. Man kann einfach beweisen, wer man ist und was einen selbst ausmacht.


schmeckt lecker und ist einfach nur herrlich mit frischen Tomaten

Inspirationen holen, Kreativität und Ideen entwickeln, das ist das Eine - Hinterherhecheln, das ist eine ganz andere Geschichte.

Eine Lektion, die ich zum Beispiel auf vielerlei Weise lernen musste, bevor sie vollständig bei mir angekommen ist. Egal, ob das nun den eigenen Erfolgsdruck an der Uni betroffen hat, der mich so sehr vor Angst gelähmt hat, dass ich kaum noch ein Wort aufs Papier bekommen habe oder ob es der Konkurrenzdruck unter den Bloggern ist, dem ich nur entkomme, in dem ich klipp und klar sage: Ich mach nur mein eigenes Ding - auf meine Weise.

Dennoch erwische auch ich mich oft genug dabei, mich mit anderen zu vergleichen und mich zu fragen, was machen die, um so erfolgreich zu sein? Die Antwort ist ziemlich simpel. Weißt Du sie?

Sie sind sie selbst.

klein, lecker und innovativ sind auch Kaviarperlen, die perfekt zum Panzanella passen



PS: Innovativ fand ich auch Balsamico-Kaviar, den mir Tine von feinkostundwein.de* zum Probieren zugeschickt hat. Das ist nämlich leckerer Balsamico-Essig in Form von kleinen gefüllten Kügelchen. Falls du dich noch an Bubble Tea erinnern kannst, kannst du dir die Konsistenz in etwa so vorstellen. Nur eben viel kleiner, feiner und innovativer. Passt übrigens super zum mutigen Panzanella.

*Werbung

Von Pimietos de Padrón, Chimichurri und Gärtnerglück

6. September 2016 Kommentieren Ausdrucken?

selbstgemachtes Chimichurri aus Pimientos de Padron

Manchmal fragt man sich wirklich: Was ist da in der Natur bloß schief gelaufen?!
Erst neulich stellte ich mir genau diese Frage, als ich mit stolzem Gärtner-Glück meine ersten eigenen Pimientos de Padrón erntete und voller Vorfreude in die heiße Bratpfanne warf. Von allen Seiten briet ich die kleinen Schoten an und ganz am Ende bestreute ich sie mit groben Meersalz. So wie es sich eben für echte Pimientos de Padrón gehört.

Ich freute mich riesig, als ich meine kleine, aber feine Portion der beliebten spanischen Mini-Paprikaschoten vor mir stehen hatte. Eine leise Ahnung, wie die grünen Dinger schmecken sollten, hatte ich bereits Anfang des Jahres bekommen, als mich ein alter Studienfreund überraschend zu seinem Geburtstagsessen einlud. Es gab himmlische Tapas und unter anderem auch die, mir bis dahin unbekannten, milden Pimientos de Padrón. Sie schmeckten mild, exotisch und einfach lecker. Genau diesen Geschmack erwartete ich also beim ersten Bissen in die kleine Schote.
Doch wahrscheinlich hast du schon eine Vermutung, wie sich das Blatt nun wendet.

Klein und lecker sind Pimientos de Padron, die spanischen Tapas

Ich beiße voller Vorfreude in das grüne Gemüse. Pimientos de Padrón sind ja an und für sich nicht groß, obwohl sich meine Ernte durchaus sehen lassen konnte! Ich nehme also nicht etwa einen kleinen Bissen, sondern vielmehr stecke ich kurzerhand die vermeintlich milde Pimiento de Padrón komplett in den Mund.

Auf einmal: Feuer! Scharf! Tränen! Husten! Hitze!
An die genaue Reihenfolge meiner Empfindungen kann ich mich leider nicht mehr so recht erinnern. Wahrscheinlich überschlugen sich meine Gedanken beim ersten Bissen in die feurig scharfen Pimientos. Vielleicht setzte mein Gehirn auch für einen Moment aus. Ich weiß es nicht mehr.
Unter Tränen und Hitzeschüben versuchte ich das kleine Schildchen am Chili-Strauch auf dem Balkon zu entziffern. Da stand es ganz deutlich: Milde Schärfe. Stufe 0-1!

Ha! Pustekuchen. Ich spürte mindestens eine Schärfe von 6 oder 7. Wahrscheinlich lag der Schärfegrad objektiv bemessen nur bei 4. So genau habe ich mich damit nicht befasst, aber für mich war klar: Die gemütliche Pimiento de Padrón Orgie war hiermit beendet. Ich brauchte eine alternative Idee, was ich mit meinen selbst aufgezogenen viel zu scharf geratenen Pimientos de Padrón anstellen konnte.

Perfekt als gehackte Chilipaste! Sie schmecken super auf dem Käsebrot

Was ich daraus schlussendlich gezaubert habe, bekommst du heute serviert. Clever, oder?
Es gibt mildes Chimichurri. Jetzt fragst du dich vielleicht, wie dieses Chimichurri aus scharfen Pimientos de Padrón so mild werden konnte. Tja… genau das habe ich mich auch gefragt, als ich es zwei Tage nachdem ich es fertig gestellt hatte, aus dem Kühlschrank holte und noch einmal probierte. Denn auf einmal war es ganz und gar nicht mehr scharf und ich kam mir gelinde ausgedrückt leicht verar… - na du weißt schon, vor.

Das Geheimnis liegt allerdings nicht darin, dass meine Pimientos de Padrón einfach gemacht haben, was sie wollten, sondern schlicht und ergreifend an der Kombination mit Zitronensaft im Rezept. Der hatte den eigentlich scharfen Chilis nämlich sämtliche Schärfe entzogen! Hätte ich das mal besser vorher gewusst, ich hätte mir vermutlich die ganze Arbeit gespart. Nichtsdestotrotz schmeckt mildes Chimichurri sehr lecker auf einem Käsebrot und ist alleine dafür schon die Arbeit wert.
Möchtest du es selbst probieren? Hier ist das Rezept:

Mildes Chimichurri aus Pimientos de Padrón


Zutaten:
So viele Pimientos, wie die Ernte hergibt. Alternativ  etwa 20-25 Stück, ohne Öl in der heißen Pfanne angeröstet und gehackt
2 Knoblauchzehen, ebenfalls gehackt
Saft 1/2 Zitrone
Olivenöl
Salz
Frische oder getrocknete gehackte Kräuter. Toll sind Minze und Petersilie, aber auch alles andere aus deinem Garten geht super.

Gib alles zusammen in ein Weckglas, rühre gut um und schmecke mit Salz und Pfeffer ab. Würzig, leicht scharf und frisch zitronig? Dann ist es genau richtig!
Es hält sich mit einer guten Ölschicht als Deckel eine gute Woche bis zwei und verliert nach einem Tag seine Schärfe. Also keine Angst, falls die Chilis doch etwas scharf geworden sind. Die Zitrone richtet das.

Pimientos de Padron selbst anbauen ist gar nicht so schwer, wie gedacht

Übrigens: Die Purple Jalapenos die zusammen mit meinen Pimientos de Padrón im Blumentopf gewachsen sind und ausdrücklich mit einer feurigen Schärfe ausgezeichnet sind, haben sich auch ganz anders als erwartet entwickelt. Die kleinen lilafarbenen und gefährlich aussehenden roten Schoten sind extrem mild. Vermutlich hat die gemeine Gartenpaprika mehr Pepp.
Ich frage mich also wirklich: Was ist hier schief gelaufen? Liegt es wirklich an meinem grünen Daumen oder was ist da los?!
Falls du also Hobbygärtner mit ausgesprochener Chili-Leidenschaft bist oder sogar Experte(!), klär’ mich bitte auf. Ist die Schärfe meiner Jalapenos einfach in die Pimientos umgezogen oder saß den Mitarbeitern in der Gärtnerei nur der Schalk im Nacken?
Hilf mir dieses Mysterium aufzuklären!



    "Behyflora - food lifestyle photography " ist mein privater Blog. Für die Inhalte von verlinkten Seiten übernehme ich keine Verantwortung. Ich distanziere mich demnach ausdrücklich von allen Inhalten aller verlinkten Adressen und mache mir diese Inhalte nicht zu eigen. Ich untersage ausdrücklich Fotos oder Texte meines Blogs zu kopieren (sofern nicht von mir persönlich erlaubt) und auf anderen Webseiten ohne Quellenangabe zu veröffentlichen. Alle die von mir dargestellten Bilder, Texte usw in diesem Blog, sofern nicht anders angegeben, sind mein Eigentum und dürfen nicht ohne Absprache kopiert, übernommen oder anderweitig genutzt werden.
    © Design by Claudia Zesewitz (Behyflora) 2010 - 2016