Eine Maronisuppe, die von Geschichten lebt


27. Januar 2016 Kommentieren Ausdrucken?



Geben wir es doch mal ehrlich zu. Wir alle leben von Geschichten. Ein gutes Essen bekommt nochmal einen anderen Geschmack, wenn der Koch erzählt, wie er darauf gekommen ist es genau so zu kochen. Ein guter Wein lebt von dem Augenblick neu auf, wenn wir ihn in einer wunderbaren Atmosphäre genießen.

Mit meiner Maroni-Suppe heute ist es ähnlich. Leser die mich schon sehr lange kennen, erinnern sich vielleicht vage daran, dass es vor einigen Jahren schon einmal eine Maronisuppe hier auf dem Blog gegeben hat. Die Leidenschaft für diese Suppe hat mich seither nicht losgelassen.
Auch nicht der Traum, den eigenen Esskastanienbaum im Garten zu pflanzen. Den konnte ich leider bisher immer noch nicht in die Tat umsetzen. Eigentlich wäre es ja nicht schwer. Baum besorgen, Loch graben, Baum einpflanzen und glücklich sein. Ok, vielleicht noch einige Jahre warten - einige mehr Jahre vielleicht,… ok eine ganze Dekade Jahre mehr warten, bis zur Ernte. Aber hey, Traum ist Traum. Leider gar nicht so einfach, denn Gärtner haben mir abgeraten. Esskastanien wachsen nur in bestimmten Regionen und tja, da wohne ich nunmal nicht. Dazu kommt: Es braucht auch immer zwei Bäume. Einen Mann und eine Frau. Ein Pärchen, wie so oft im Leben. Also habe ich den Traum vom eigenen Maronibaum dann doch erstmal auf Eis gelegt und gehe lieber im Supermarkt ernten. Aber ausgeträumt ist er noch lange nicht. Irgendwann im meinem Leben werde ich einen Esskastanienbaum haben.



Du siehst schon - Esskastanien und demzufolge auch Maronisuppe, das sind so zwei Dinge, die mich wirklich beschäftigen und das schon seit Jahren. Die Faszination will einfach nicht nachlassen. Also optimiere ich meine Suppe. Experimentiere, probiere aus und koste. Jetzt endlich nach Jahren denke ich: “Das ist es! Das perfekte Rezept!”

Und eigentlich kam das so.

Manchmal bin ich recht schlaflos. Da wache ich mitten in der Nacht auf und kann stundenlang nicht mehr einschlafen. Seit Sally bei mir im Bett schläft sind diese Nächte schon viel weniger geworden. Ich gehöre also zu den absoluten Meine-Katze-schläft-im-Bett-Verfechtern. Das mit gutem Grund. Sally beruhigt mich ungemein. Ich schlafe schneller wieder ein, wenn ich sie nachts streicheln kann und sie mich in den Schlaf schnurrt. Ein schönes Gefühl.
Manchmal ist Sally aber nicht da. Da hat sie wohl wichtige Katzendinge in der Wohnung zu erledigen. Dann schaue ich mich in der Mediathek von arte um. Am liebsten Kochsendungen wie Zu Tisch in…, Reisen für Genießer, Schlemmen mit Gérad Depardieu und noch einige andere. Darüber schlafe ich dann meistens beruhigt ein. Ein seltsames Faible ich weiß.
Jedenfalls lag ich wieder mal eine Nacht schlaflos da. Sally hatte wichtige Katzendinge zu erledigen und ich suchte mich durch die Mediathek von arte und fand eine wundervolle Doku über die Kastanienregion in Frankreich. Leider fällt mir nicht mehr der genaue Titel der Doku ein und ich weiß auch nicht mehr, wie die Region genau heißt. Es war ja schließlich schon spät und ich recht müde. In der Doku wurde Maronisuppe gekocht. An schlafen war nicht mehr zu denken, sondern viel mehr nur noch an Suppe. So fühlte sich übrigens auch mein Kopf am nächsten Morgen an.



Nichtsdestotrotz habe ich versucht meine Suppe an diesem Rezept anzulehnen und was dabei herausgekommen ist, begeistert mich sehr. Ich finde, es ist die bisher beste Maronisuppe geworden, die ich selbst gekocht habe.Leider ist sie in der Vorbereitung sehr aufwendig. Aber sie ist es alle mal Wert. Und für dich kommt hier das Rezept:

Du brauchst
500g Maroni
1 EL Gemüsebrühpulver
1 l Wasser
3 EL Schmand
1 kleine geriebene Kartoffel
1/2 Zwiebel
Butter zum Anbraten
1 EL Honig
Salz und Pfeffer

Jetzt kommt der Clou. Zu Beginn schälst du die Maroni. Und zwar roh! Das heißt du nimmst dir ein kleines, scharfes Messer und entfernst nur die harte äußere Schale. Lass das pelzige Innere ruhig dran. Das macht nichts. Das ist etwas aufwendig, macht sich aber gut vor dem TV mit der Lieblingsserie. Bei mir aktuell: Doctor Who, The Walking Dead oder Supernatural.

Fertig geschält? Dann ab ins heiße Wasser mit den Esskastanien. Wenn möglich gare sie im Sieb. Koche dazu Wasser auf, setze das Sieb mit den Maroni hinein und lass sie so lange kochen, bis sich die pelzige braune Schale bei den ersten Maroni löst. Das dauert etwa 20 Minuten.
Nimm sie nun heraus und schäle die Esskastanien. Wenn jetzt einige auseinander fallen ist das nicht so schlimm, etwa 2/3 davon werden eh Püree. Heb’ dir nur einige für die Suppeneinlage auf. Der Rest wird wie gesagt püriert.

Bringe nun nochmal einen Topf mit 1 Liter Wasser zum Kochen und gib das Gemüsebrühpulver hinzu. Dann rührst du das Maronipüree ein und gibst die geriebene Kartoffel mit dazu. Lass alles gemeinsam etwa 10 Minuten aufkochen. Gib nun den Schmand dazu.

Während die Suppe kocht, kannst du die Zwiebel in feine Ringe schneiden und in Butter anbraten. Gib einen EL Honig dazu und würze kräftig mit Salz und Pfeffer. Diese Mischung kommt nun zum Abrunden in die Suppe. Zusammen mit den 1/3 übrig gelassenen Maroni.

Schon fertig.



Du siehst, diese Art Maronisuppe zu kochen ist wirklich etwas aufwendiger. Meine Finger sahen nach der Schälaktion leider etwas mitgenommen aus. Aber die Suppe ist es definitiv wert und Handmodell wollte ich eh nicht mehr werden.
Von was für einem kaum erfüllbaren Traum lässt du dich nicht abbringen? Gibt es auch so ein seltsames Faible, wie ich mit meinen Maronibäumen? Oder hast du dir vielleicht sogar einen schier unerfüllbaren Traum erfüllt? Erzähl mal, wie hast du es geschafft?

Und vor allem interessiert mich wie immer: Gibt es ein Suppenrezept von dem du total überzeugt bist? Was sollte ich unbedingt nachkochen?

Bis dahin bleibe ich neugierig…


Bananemarmelade mit Ingwer - ob das schmeckt!?


9. Januar 2016 1 Kommentar Ausdrucken?


Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich vermute Bananenmarmelade ist eines der wenigen Sachen, an die man wirklich nur selbst gemacht heran kommt. Vor einigen Jahren bat mich ein Freund, ihm ein Glas Bananen-Kiwi-Marmelade zu kochen. Obwohl ich ihm diesen Gefallen zu gerne getan habe, war ich erst einmal wirklich verwundert, denn beim besten Willen konnte ich mir Bananen als Brotaufstrich nicht vorstellen. Kombiniert mit Kiwi gleich noch viel weniger. Und das, obwohl ich wirklich sehr viel mit Bananen ausprobiert habe und eigentlich sehr offen gegenüber neuen Rezepten bin.

Ich kochte ihm die Wunschmarmelade, zwar etwas skeptisch, aber das ganz ohne Grund. Denn ich wurde mal wieder eines Besseren belehrt. Zum Glück! Endlich war die Hürde in meinem Kopf weg. Besser noch! Sie wurde nicht nur aufgelöst, sondern gleichzeitig ins Gegenteil umgewandelt. Seither kann ich mir in Bananenmarmelade nämlich alles mögliche vorstellen. Kiwis, Erdbeeren und eben auch etwas winterlicher Zitronen, Zimt und Ingwer.


Falls du also auch zu den Skeptikern gehörst, so wie ich, versuche  tief durchzuatmen und mir zu vertrauen. Wenn du Bananenkuchen magst, dir Bananenkekse schmecken und du auch gegen Bananeneis keine Abneigung hegst, dann könnte dir Bananenmarmelade auch schmecken.

Deswegen gibt es ganz kurz und ohne weitere Umschweife heute das Rezept dazu und ich freue mich jetzt schon über deine Kommentare. Gerne auch auf Facebook. Dort veröffentliche ich übrigens immer noch ein klein wenig mehr als hier. Du kannst mich dort und auch auf Instagram vielleicht noch einen kleinen Ticken besser kennenlernen. Hast du da Lust drauf? Ich bin ziemlich neugierig, wer du bist und würde mich wirklich freuen, wenn wir uns kennenlernen würden.


Jetzt aber genug in eigener Sache, hier kommt das Rezept für Bananenmarmelade mit Ingwer und Zitrone

Für 2 große Gläser brauchst du
750g geschälte Bananen, das sind etwa 5-6 große Bananen,
250g Gelierzucker 2 plus 1
50g kandierter Ingwer
Schale und Saft von 1 Zitrone
1 TL Zimt + 3 EL Rum

Drücke die geschälten Bananen mit einer Gabel zu einem groben Brei zusammen und gib danach alle anderen Zutaten dazu. Mische die Masse gut durch und bringe sie auf dem Herd in einem Topf zum Kochen. Nun sollte sie mindestens 3 Minuten unter ständigem Rühren blubbernd kochen. Danach kannst du sie ganz einfach und so heiß wie sie ist in sterile Marmeladengläser füllen. Gläser steril machen geht in der Mikrowelle am besten, finde ich. Dazu einfach die Gläser mit etwas Wasser füllen und das Wasser in der Mikrowelle zum Kochen bringen. Ausgießen und trocknen lassen, oder mit einem ganz frischen Geschirrtuch austrocknen. Dann in die heißen Gläser die heiße Bananenmarmelade abfüllen und fertig. 

Sobald sie kalt ist, kannst du auch schon das Brot aufschneiden und ein richtig tolles Bananenmarmeladen-Brot kosten. Hmm... yummy



Übrigens schmeckt die Marmelade nicht nur auf dem Brot. Ich habe sie vor kurzem erst in Crêpes gefüllt und war wirklich begeistert. Auch meine Freunde, mit denen ich Silvester in Zell am See verbracht habe, waren total neugierig darauf und so werde ich wohl das zweite Glas ganz geschwind weiter verschenken.
Zum Glück ist es ja so einfach an Nachschub zu kommen.

Danke auch an die Firma Tchibo*, mit deren Hilfe dieser Beitrag im Rahmen der Kampagne "Lieblingsstücke" entstanden ist.

Kochlöffel: Tchibo - Kochlöffel*
Topf:  Edelstahl-Kochtopf, 6 Liter*
Geschirrtuch: 3er-Set Geschirrtücher*
Messer: Allzweckmesser*

*Dieser Beitrag enthält Werbung.


    "Behyflora - food lifestyle photography " ist mein privater Blog. Für die Inhalte von verlinkten Seiten übernehme ich keine Verantwortung. Ich distanziere mich demnach ausdrücklich von allen Inhalten aller verlinkten Adressen und mache mir diese Inhalte nicht zu eigen. Ich untersage ausdrücklich Fotos oder Texte meines Blogs zu kopieren (sofern nicht von mir persönlich erlaubt) und auf anderen Webseiten ohne Quellenangabe zu veröffentlichen. Alle die von mir dargestellten Bilder, Texte usw in diesem Blog, sofern nicht anders angegeben, sind mein Eigentum und dürfen nicht ohne Absprache kopiert, übernommen oder anderweitig genutzt werden.
    © Design by Claudia Zesewitz (Behyflora) 2010 - 2015