{Gut bayerisch} Hüttenfood


31. August 2014 Kommentieren /


August ist für mich Hüttenzeit. Ach wenn der jetzt schon um ist möchte ich euch an Meinem nochmal teilhalben lassen. Für einen schönen gelungenen Sommer gehört für mich Wandern und ein Wochenende auf einer Hütte einfach mit dazu. Und vor allem die ganzen gut bayerischen Leckereien die jeder von uns einfach so aus dem Ärmel schütteln kann.
Dieses Jahr, habe ich euch keine romantisch verspielten Fotos von einer verlassenen Hütte mitgebracht. Die könnt ihr euch aber trotzdem hier anschauen. Denn vor zwei Jahren hatte ich das riesige Glück einen Blick in die "Obere Alp Glocke" zu werfen und habe dort die romantischsten Dinge entdeckt.


Dieses Jahr habe ich euch einige Ideen für euren Gaumen mitgebracht die auch super zu einer Oktoberfestparty passen, wie ich sie hier schon mal gemacht habe.
Zu einer zünftigen Brotzzeit gehört neben gutem Brot, toller Gesellschaft auch ein richtig guter Bergkäse, viele Zwiebeln und frische Alpenkräuter. All das verbindet ein "Saurer Romadur", den ihr auf dem ersten Foto sehen könnt.
Das ist vermutlich der einfachste und schmackhafteste Käsesalat der Welt.

Dazu einfach einige Stücke Romadur aufschneiden und auf einer Platte zusammen mit Zwiebelringen anrichten. Etwas Essig darüber träufeln und mit Pfeffer und frischem Schnittlauch würzen und garnieren.

Dazu ein gutes herzhaftes dunkles Bort und man braucht nach einer anstrengenden Wanderung nichts anderes mehr.


Vermutlich liegt das Geheimnis in einer guten sommerlichen Bergküche in den Zwiebeln. Unvorstellbar, wieviel ich davon an nur einem Wochenende gegessen habe. Aber, das macht ja nichts... man ist ja Draußen unterwegs.

Auch im bunten Käsesalat dürfen Zwiebeln nicht fehlen.
Neben klein geschnittenen Äpfeln tummeln sich dort noch Paprika, Bergkäse, etwas Schmand, Alpenkräuter Salz, Pfeffer und Currypulver. 
Wieder eine sehr einfache aber schmackhafte Brotzeitvariante, die sogar etwas leichter ist, da tatsächlich mehr Apfelstückchen enthalten sind als Käse.

Eine riesige Schüssel davon und dazu ein Laib Brot mach eine ganze Mannschaft glücklich und fit für weitere Unternehmungen.



Nun aber zum Herzstück. Ein Gericht das für mich auf keiner Hüttenfahrt fehlen darf. Der Grund warum ich jedes Jahr wieder mitfahre. Ohne das ich einfach nicht glücklich bin und das ich tatsächlich nur einmal im Jahr auf der Hütte esse.

Der Kaiserschmarrn.

Davon gibt es ja zig tausend Abwandlungen und Kombinationsmöglichkeiten. Sei es mit Apfelmus, wie ich ihn auf der Alpe Gschwenderberg essen konnte, oder mit Zwetschgenröster, wie wir ihn am dann Abend selbst gemacht haben.



Das führt mich zu einem klitzekleinen Gastrotipp, der erste überhaupt auf diesem Blog, die Alpe Gschwenderberg.
Dort gibt es tatsächlich den knusprigsten und aromatischsten Kaiserschmarrn den ich je gegessen habe. Und sicherlich liegt das nicht nur daran, dass man erstmal zur Hütte wandern muss.
Ich meine das Geheimnis ist die Karamellkruste die mit Rum abgelöscht wurde, aber das würde mir ein guter Koch niemals verraten. Deswegen sei euch dieser Kaiserschmarrn warm ans Herz gelegt, wenn ihr mal in der Gegend rund um den Alpsee unterwegs seid. Mit 10€ ist er nicht ganz günstig, aber jeden Cent wert und die Portion reicht locker für zwei Personen. 


Nicht zu verachten ist auch "unser Hüttenkaiserschmarrn mit Zwetschgenröster." Denn der ist wahre Handarbeit. Angefangen vom Anschüren des Herds bis hin zum Schlagen des Eischnees. Alles Handarbeit. Da wird vom Eischneeschlagen so mancher Arm taub und die Schüssel samt Handmixer muss fleißig an die stärksten Männer und Frauen durchgereicht werden. Da ich hier quasi live dabei war kann ich euch sogar verraten, wie er gemacht wird.


Für etwa Portionen Kaiserschmarrn:
4 Eier
350 ml Milch
125gr Mehl
1 Prise Salz
1 Prise Zucker

Trennt die Eier und schlagt den Eischnee richtig schön steif. Schlagt nun die Eigelb mit dem Zucker und der Prise Salz etwas schaumig auf, gebt Milch und Mehl hinzu und hebt ganz vorsichtig den Eischnee unter, sodass ein fluffiger Teig entsteht. Backt nun etwas dickere Pfannkuchen in Butter aus und legt sie wenn sie goldbraun sind auf einem Teller beiseite.
Nun kommt das Geheimnis.
Gebt nun einen Stich Butter in die heiße Pfanne und streut etwas Zucker ein. Lasst den Zucker schmelzen und gebt den Pfannkuchen dazu. Nun darf er in der heißen Karamellpfanne zerrupft werden und die Stückchen im Karamell gewälzt werden.
Heiß, mit Puderzucker und Zwetschgenröster servieren.

Für den Zwetschgenröster kann ich euch leider nur ein Pi mal Daumen Rezept geben, aber der ist wirklich sehr einfach.

Gebt etwa 100g Zucker nach und nach in einen Topf und lasst ihn zu Karamell einschmelzen. Löscht den hellbraunen Karamell mit einem Glas Rotwein ab. Achtung hier spritzt und brutzelt es gewaltig. Lasst nun die Karamellkruste im Rotwein leicht köcheln bis sie sich gelöst hat und gebt dann die frischen Pflaumen oder Zwetschgen zusammen mit einigen Stangen Zimt, etwas Sternanis und Nelken hinzu und lasst alles etwas einköcheln bis die Pflaumen schön weich sind. Und das wars schon. 


Bergessen oder Hüttenfood ist für mich einfach nur eine Wucht und wahrscheinlich schmeckt es wegen der wundervollen Bergluft und den vielen Wanderungen einfach nur doppelt so gut. Jeder der mal die Gelegenheit hat in die Berge zu fahren, sollte sie nutzen und das mal ausprobieren. Ich kann mir nichts schöneres vorstellen. Klar, Urlaub am Meer hat auch seinen Reiz oder eine wundervolle Städtereise, aber Berge.. ja das ist eine Geschichte für sich.
Zum Thema Städtereise gibt es demnächst übrigens mehr.. dann entführe ich euch in meine Geburtstadt.
Bleibt neugierig!

Laufen ist wie Fliegen




Laufen ist für mich unersetzlich.

Dieser Satz alleine drückt schon aus, was ich in diesem Beitrag zu sagen habe. Eigentlich könnte ich jetzt sofort aufhören. Mich gemütlich auf die Couch setzen und euch das Selbe tun lassen. Aber ihr sitzt wahrscheinlich schon gemütlich und deswegen erzähle ich euch lieber ein bisschen mehr, was meine Leidenschaft, das Laufen, für mich bedeutet und was dieses Thema auf einem Food-Blog zu suchen hat.

Vermutlich denkt ihr, bei all dem was ich den lieben langen Tag so koche und futtere, ist es klar, dass ich Laufen gehen muss, damit ich nicht bald durch die Welt Rolle. Aber ganz so wild ist das nicht. Ich laufe wirklich sehr gerne und treibe auch sonst mittlerweile viel Sport. Ich hoffe meine Sportlehrerin von früher liest hier mit. Denn zu meiner Schulzeit war ich die Unsportlichkeit in Person. Mir wäre nie im Traum eingefallen jemals 5km oder 10km am Stück zu laufen.
Dieses Jahr hingegen habe ich meinen ersten Stadtlauf über 10,5km absolviert und plane nun meinen ersten Halbmarathon. So sehr kann man sich und seine Gewohnheiten doch ändern.
Dass ich dadurch auch mehr Leckere Sachen essen kann ist ein kleiner Nebeneffekt, toll oder?



Meine Motivation war eigentlich ein kleiner Spaß. Großes Sprüchegeklopfe vor Freunden quasi. Vor zwei Jahren habe ich groß und breit erzählt, falls es jemals einen Color Run in unserer Nähe geben sollte, fange ich an zu trainieren und absolviere dort meine ersten 5km. Was ich zu dem Zeitpunkt nicht wusste: Die Planungen für München waren schon in vollem Gange. Und so kam es wie es kommen musste, letztes Jahr im April habe ich mit dem Training angefangen und bin seither kaum noch aus den Laufschuhen rauszubekommen. Ich habe endlich "meinen Sport" gefunden!
Hier könnt ihr euch übrigens die Fotos meines ersten Laufs anschauen.


Laufschuhe ein Thema für sich. Schon seit einer halben Ewigkeit hadere ich mit mir, mir hochpreisige Laufschuhe zu zulegen. Aber ehrlich gesagt, habe ich bis jetzt nur gute Erfahrungen mit günstiger Sportkleidung und Laufschuhen gemacht. Gerade als ich angefangen habe, wollte ich einfach nicht 150€ für Schuhe ausgeben, von denen ich nicht wusste, wie lange ich sie tragen werde und irgendwie, bin ich dabei geblieben. Jetzt habe ich bereits mein zweites Paar von Lidl für unter 30€ und laufe damit wirklich richtig gut. Mein aktuelles Paar ist z.b. das hier.


Bei Sportkleidung hingegen bin ich nicht so ganz einfach gestrickt. Hier zählt bei mir vor allem Eines: knallige Farben. Denn die machen mir gerade beim Sport so richtig gute Laune. Am liebsten blau und pink. Da gibt es dann schon mal pinke Socken und Schuhe (jaa... ich habe mehrere!), neongrüne Oberteile, türkisfarbene Hosen und wenn ich schrecklich verrückt drauf bin, dann sogar alles zusammen kombiniert!
Wichtig ist mir aber, dass es wirklich leichte und schnell trocknende Sachen sind. Gerade im Sommer würde ich am liebsten nur im Sport-BH Laufen gehen, das erscheint mir jedoch für andere Verkehrsteilnehmer zu gefährlich ;)
Dann ziehe ich lieber ein hauchdünnes Top drüber, so wie dieses Schwarze auf den Fotos. Das ist so leicht, das spürt man kaum.


Laufen ist für mich Entspannung pur. Runterkommen und Abschalten vom Alltag. Gedanken sammeln und auch mal schwierige Probleme lösen oder den Kopf dafür frei zu kriegen, um sie später gut anpacken zu können.
Ohne meine wöchentlichen Kilometer fühle ich mich unausgeglichen und spüre das sofort an meiner Laune. Ich bin dann einfach nicht ich selbst. Nehme Vieles zu ernst, bin gestresst und leichter auf die Palme zu kriegen. Ich bin unglaublich froh, dass ich diesen einfachen Sport für mich entdeckt habe und träume ehrlich gesagt schon vom New York Marathon in einigen Jahren.

Aber jetzt möchte ich euch noch eine kleine Anekdote zu den Fotos erzählen. Sie sind alle auf meiner gewohnten Laufstrecke ganz in der Nähe entstanden und normalerweise treffe ich dort nie jemanden.
Heute jedoch, als ich bepackt mit Kamera und Stativ durch den Wald stampfte waren selbstverständlich 2 ältere Herrschaften mit Fahrrad am Wegrand in ein Gespräch vertieft, der Bauer von nebenan im Traktor unterwegs und natürlich auch der klassische Mann mit Hund die mich allesamt verwirrt und neugierig angeschaut haben, was ich denn nun da vor habe.
Ja meine Lieben, das ist Blogger-Alltag! :)

{Healthy} Kale-Kartoffel-Frittata


18. Juli 2014 1 Kommentar


Es gibt ja manchmal so Momente, da wird man einfach von allen Seiten animiert einen neuen Blogpost zu schreiben. Endlich wieder was Anständiges auf den virtuellen Tisch zu bringen und die immer länger werdende Ideenliste abzuarbeiten. So geschehen auch diesmal. Anregungen für diesen Beitrag kamen gleich aus drei verschiedenen Ecken.
Zum Einen ein wundervoller Aufruf von GourmetGuerilla ein Kartoffelrezept zum Thema "Hippe Knollen" einzureichen. Und genau das werde ich hier unter anderem mit diesem Beitrag tun, denn nichts leichter als das. Kartoffeln gehören zu meinen All-Time-Favourites und in Kombination mit dem neuesten Gemüse im heimischen Garten, das seit Wochen bei uns wächst, man kann schon fast sagen wuchert, einfach nur ein Gedicht.


Das führt mich zur Zweiten Anregung. Außergewöhnliches Gemüse. In diesem Fall eine Kohlsorte, die unter den amerikanischen Bloggern in den Himmel gehypt wird. "Kale", oder auf deutsch "Schwarzkohl" oder "Palmkohl". Eine Kohlsorte, die soviel ich letzten Winter recherchiert habe aus Italien stammt. Nach unzähligen Artikeln zum Thema "Kale" war für mich klar... den muss ich haben. Ich will ihn probieren, unbedingt! Da sich die Beschaffung auf den deutschen Märkten jedoch wirklich als sehr beschwerlich herausstellte half in meinem Fall nur Überredungskunst. Gesagt getan und meine liebste Supergärtnerin mit dem perfekten grünen Daumen forderte prompt Samen für die Schwarzkohlzucht an. Hehe,... damals wusste sie noch nicht, dass diese Pflanze nun den ganzen Garten überwuchert und wir seit Wochen nichts anderes mehr essen. Ob ich nächstes Jahr nochmal die Chance auf selbst angebauten Schwarzkohl habe bleibt fraglich!

Zum Glück ist Schwarzkohl aber wirklich sehr lecker, vielseitig, und vor allem wahnsinnig gesund. Man kann ihn sowohl roh, als auch gedünstet, gebraten, gegrillt, gekocht oder sonst wie essen. Immer schmeckt er lecker und ist im Vergleich zu anderen Kohlsorten sehr bekömmlich.
Reden wir Tacheles... Fröhliche Pupskonzerte bleiben aus! Juhu!

Heute zeige ich euch nun mein momentanes Lieblingskartoffel-Schwarzkohlrezept.


Aber vorher muss ich euch noch von meiner dritten Anregung erzählen. Vor einigen Tagen bekam ich eine nette Email mit außergewöhnlichem Inhalt. Ich solle doch mal eines meiner Rezepte zeichnen. Oha, dachte ich mir, da bin ich aber eigentlich ganz schön talentfrei, obwohl ich das in meinen eigenen Blogplanungen schon hin und wieder mache. Aber das Gekritzel, das ich selbst kaum erkenne jemanden zeigen?! Nach intensiven Emailaustausch hatte mich Ines von pheminific.de aber schlussendlich überzeugt. Wahnsinn, wie sie das geschafft hat!
Und genau deswegen könnt ihr heute exklusiv auf ihrem Blog einige meiner Planungen bewundern und einen Blick in meinen Blogplaner werfen. Hier entlang bitte *klick*
Die Skizzen zur Kale Frittata sind übrigens nach Ines' Anleitung entstanden und sind im Vergleich zu meinen vorherigen Notizen tatsächlich vorzeigbar geworden. Vielleicht habt ihr ja auch mal Lust etwas über den Tellerrand hinauszublicken und traut euch auch zu euren Skizzen zu stehen. Traut euch, mir hat es nach anfänglicher Skepsis richtig Spaß gemacht.



Jetzt aber ran an den Herd, es gibt Kartoffel-Kale Frittata:

Ihr braucht für 2 Portionen:

4-5 große Kartoffeln. Schneidet diese am besten mit einem Gemüsehobel in gleichmäßige Stifte. Ich lasse die Schale wenn sie schön ist dran. Schmeckt würziger und ist gesünder. Lasst etwas Öl (ich habe Kokosöl verwendet - aber Olivenöl geht auch) in einer Pfanne heiß werden und bratet die rohen Kartoffeln scharf an sodass sie leicht braun werden. Gebt nun ein halbes Glas Wasser dazu und verschließt das ganze mit einem Deckel. Lasst die Kartoffeln nun so etwa 15 Minuten köcheln bis sie gar sind. Erst jetzt fangt ihr an zu würzen. Öffnet die Pfanne und lasst das überschüssige Wasser verdunsten. Gebt nun eine halbe klein geschnittene Zwiebel und 5-6 getrocknete und in Streifen geschnittene Tomaten dazu und lasst alles etwas braten. Würzt nun mit Salz, Pfeffer, getrockneten Kräutern, Paprika, etwas Chili oder ihr nehmt eine Harissa Mischung (da ist dann schon alles enthalten.) bis alles nach eurem Geschmack ist. Wascht und schneidet nun den Schwarzkohl (etwa 5-6 Blätter, je nach Größe) in dünne Streifen und verteilt ihn über die Kartoffelmischung. Nun nochmal für etwa 4 Minuten den Deckel drauf. Den Herd könnt ihr schon ausschalten. Die Restwärme der Pfanne und Herdplatte reicht aus, dass der Kohl etwas dünstet. Wer mag kann vorher noch ein oder zwei Eier darauf verteilen. Dann solltet ihr den Herd allerdings noch anlassen, damit das Ei gar wird.
Und schon ist ein schnelles Abend- oder Mittagessen gezaubert.


Richtig lecker ist diese schnelle Pfanne noch dazu. Und ich freue mich richtig, dass ich von allen Seiten so sehr animiert wurde ein neues Rezept zu entwickeln.
Ich hoffe ich konnte eure Lust auf frische Kartoffeln und außergewöhnliche Gemüsesorten wecken.


Mit diesem Beitrag nehme ich auch am Event "Hippe Knollen" auf GourmetGuerilla teil und bin wirklich gespannt, was noch für schöne Rezepte auftrauchen werden.


Gegrillte Rosmarin-Pfirsiche mit Gorgonzola


26. Juni 2014 6 Kommentare


Ohhhh.... endlich. Der Sommer ist da und zur Zeit werde ich mit frischen Früchten aus dem Garten nur so überhäuft. Vorgestern erst durfte ich selbst Kirschen pflücken und habe in nicht mal einer halben Stunde eine riesige Schüssel voll geerntet. Übervoll war dieser Baum und ich hin und weg vom roten Kirschglück. Da sagt man nochmal Glück wächst nicht auf Bäumen!

Letztes Jahr hat er, so habe ich erfahren, sage und schreibe 26kg Kirschen getragen.
Aber auch die heimischen Stachelbeer- und Himbeersträucher gleich neben an legen sich jetzt im Juni noch mal richtig ins Zeug. Jeden Tag kann dort aufs neue geerntet werden weil wieder massenhaft Früchte scheinbar über Nacht reif geworden sind.
So muss das im Schlaraffenland sein, oder?


Auf den Kräuterbeeten in unserem Garten sieht es ähnlich aus. Die Zitronenmelisse, der Thymian, der Oregano und unser Rosmarin wachsen und wachsen und wachsen. Ich freue mich schon auf das Kräutertrocknen im Herbst, wenn endlich unsere Vorräte wieder aufgestockt werden und es einfach nur herrlich in der Wohnung duftet.
Aber bis dahin muss man nutzen was es jetzt so gibt. Also habe ich mit meinen Lieblingssommerfrüchten experimentiert. Und ich sage hier absichtlich experimentiert, weil ich euch heute seit langem mal wieder ein sehr verrücktes Rezept ans Herz legen möchte.


Die unter euch die mich kennen wissen, dass es gerne mal etwas ausgefallener sein darf. Und die die mich kennen und mir wirklich vertrauen wagen sich sogar an solche ausgefallenen Küchenexperimente ohne lange das Gesicht zu verziehen, wenn sie hören was ich da alles kombiniert habe. Deswegen an euch alle.... vertraut mir, ich weiß was ich hier tue! :)
Zum Beweis... letztes Jahr gab es etwas ausgefalleneres Eis. Für mein Pfirsich-Basilikumsorbet mit Schwarzem Pfeffer *klick* habe ich erst zweifelnde Blicke geerntet. Am Ende war es aber schneller weg, als ich bis drei zählen konnte.

Heute steht gegrillter Rosmarin-Pfirsich mit Himbeeren, Mandeln, Gorgonzola und langem Pfeffer auf der Speisekarte.
Na? Klingt das nicht schon ein wenig abgedroschen?


Hier nun also für die Mutigen, die Ausgefallenen und alle anderen unter euch die mal Aromen in ihrer riesigen Vielfalt kombinieren möchten, mein Rezept:

Nehmt pro Person einen Pfirsich, schneidet ihn auf und entkernt ihn. Platziert ihn auf einem Backblech und  legt in die Mitte je zwei Himbeeren. Träufelt nun etwas Honig auf jeden Pfirsich und überstreut sie mit frisch gehacktem Rosmarin, Mandeln und frisch gemahlenem Langpfeffer.
Den bekommt ihr übrigen super auf Märkten an Gewürzständen. Ich habe meine zwar ewig gesucht, aber die Suche war es Wert. Der Pfeffer ist viel milder und aromatischer als schwarzer Pfeffer und es lohnt sich ihn mal auszuprobieren.
Schiebt nun alles bei ca. 170°C in den Ofen. Ich nutze Unter-Oberhitze an unserem Mini-Backofen. Lasst die Pfirsiche in etwa 15 min backen, bevor ihr pro Pfirsich eine kleine Scheibe Gorgonzola oder anderen Blauschimmelkäse auflegt. Wartet nun, bis der Käse schön verlaufen ist und schon habt ihr ein wundervolles süß-pikantes Sommerdessert.
Ich könnte mir sogar sehr gut vorstellen, dass man dieses Rezept auch gut auf dem Grill umsetzen kann. 


Immernoch Skeptiker unter euch?
Ich glaube vor allem der Käse schreckt etwas ab. Beide Zutaten haben allerdings etwas Fruchtiges Cremiges das super harmoniert und ihr könnt es ja nur mal mit einem kleinen Stück Käse dazu probieren. Das ist ähnlich wie Salz und Schokolade. Passt perfekt, weil es sich so wunderbar ergänzt. Kostet aber erstmal etwas Überwindung.

In diesem Sinne, traut euch!

{Homemade} Instant Hot Mint Choc




Also so richtig komme ich mit dem diesjährigen Sommerbeginn einfach nicht klar. In der einen Woche scheint hier die Sonne, es ist warm und soll sogar bis zu 30°C bekommen, ich habe Lust auf Eis und freue mich schon wieder auf meine kurzen Hosen. In der anderen Woche schüttet es aus allen Kübeln und mir ist richtig nach einem guten Buch, meiner Kuscheldecke und meiner Lieblingstasse voll heißer Schokolade. Meine Lieblingstasse ist übrigens die, die ihr hier auf den Fotos sehen könnt. Ein schickes Stück aus der Familie Bloomingville und ein Mitbringsel aus München, das mich immer an einen wunderbaren Sommer voller Abenteuer erinnert.
Mit der Lust auf eine sommerliche heiße Schokolade aus meiner Lieblingstasse ist nun auch dieses Rezept entstanden, das sich sicherlich auch gut als Schoko-Minz Frappé à la Starbucks und Co machen würde.
Da würde es allerdings etwas cooler klingen, vielleicht: "Double Choc Mint Cream Frappé" - oder so.


Das Schöne an diesem Rezept, man muss es nur einmal vorbereiten und hat dann wirklich lange was davon. Egal ob heiß oder kalt, ob die Sonne scheint und man lieber eine Eisschokolade trinken mag oder wenn es gerade nach einem Sommergewitter etwas abgekühlt hat und die heiße Version der Seele gut tut. Erfrischend lecker sind beide Varianten. Warum?
Tja, meine Lieben... da ist Minze drin...!  Kennt noch jemand die schöne Milka Werbung aus den 90ern mit dem Almö'hi und: "It's cool man?!"


Heute kommen auf jeden Fall alle After-Eight-, Mint Julep-, Pfefferminzlikör- und Minzeis-Fans auf ihre kosten.
Ohren auf - das hier wird euer (und vor allem auch mein) Herz höher schlagen lassen.
Ich präsentiere voller stolz meine selbstgemachte und aufgepeppte "Kabavariante" :)
Erwachsen geworden ist er, der gute alte Kaba. Aber immernoch ziemlich gut, wenn nicht gar besser. Besser, auf jeden Fall weil selbstgemacht und doppelt besser, weil wandlungsfähig.
Jetzt hoffe ich, dass ich euch wirklich verdammt neugierig gemacht habe. Habe ich?


Alles was ihr dafür braucht ist eine gute Küchenmaschine und folgende Zutaten:

100g Schokolade, für die Mint-Choc Variante nehmt eine Tafel Pferfferminzschokolade (Rittersport z.b.)
2/3 Cup Kakaopulver
3/4 Cup Puderzucker
1/4 Cup Kokosmilchpulver (gibt es im Asialaden)
1 Prise Salz
2 TL Stärke

Hackt die Schokolade in die Küchenmaschine ganz klein, sodass sie richtig pulvrig wird. Gebt die anderen Zutaten dazu und mixt nochmal alles kräftig durch. Und das wars auch schon. Fertig ist eure Instant-Schokolade. Für eine leckere heiße Schokolade macht ihr nun nur noch Milch heißt und gebt soviel Schoko-Minzpulver dazu, bis es euch süß genug schmeckt.

Andere Varianten sind auch denkbar. Je nach Lust und Laune könnt ihr das ganze ja mal mit einer Erdbeer Joghurt Schokolade oder einer Kaffeeschokolade probieren. Letzteres ist übrigens super lecker. Davon habe ich bereits ein ganzes Glas leer gemacht.


Und, was meint ihr nun? Ist unser guter alter Kaba aus der Kindheit nun endlich Erwachsen geworden? Salonfähig auch um die 30 rum?
Liebt ihr die Kombination von Minze und Schokolade auch so wie ich?

Meine Leidenschaft dafür habe ich übrigens erst letztes Jahr entdeckt. Nach einer kleinen Kostprobe eines wirklich leckeren Minzeises mit Schokostückchen war es um mich geschehen. Ich konnte wochenlang nicht mehr genug davon bekommen und ich freue mich jetzt schon auf heiße Sommertage mit einer schönen Kugel Minzeis.

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