Veganer Erdnusseintopf … oder wie Essen verbindet

6. Februar 2017 Kommentieren / Ausdrucken?

Kochbuch - Home in a Bowl
Wie schmeckt für dich Heimat?

Es gibt ja Projekte, die einem sofort sympathisch sind und fast ein wenig ans Herz wachsen. So geht es mir zum Beispiel mit der Initiative “Home in a Bowl”. Ein, mittlerweile, eingetragener Verein aus Augsburg, der sich als interkultureller Botschafter versteht und Menschen verschiedener Kulturen miteinander verbinden möchte. Und das auf die für mich schönste Art und Weise. Durch gemeinsames Essen und Kochen! Wie ginge es besser, Brücken zwischen Menschen zu bauen als mit gemeinsamem, guten Essen und Gastfreundlichkeit?

Essen verbindet


Essen verbindet. Das wissen wir alle instinktiv. Sei es das gemeinsame Abendessen am Familientisch, Kaffee und Kuchen bei Omas Geburtstag, das Date bei dem man zum Italiener um die Ecke geht oder das gemeinsame Tupper-Lunch mit den Kolleginnen in der Mittagspause. Das Lustige am gemeinsamen Essen ist: Das Essen an sich spielt oftmals währenddessen nur eine nebensächliche Rolle. Es ist viel mehr der Austausch mit den Menschen, der es zu etwas Besonderem macht. Doch Essen ebnet uns immer den Weg dorthin. Es verbindet uns auf subtile Weise miteinander. Denn wir alle müssen essen. Warum sollten wir es also nicht gemeinsam tun?

Essen, Futtern, Schlingen - veganer Erdnusseintopf
... heißt: "essen, futtern, schlingen!"

So sehr wir das “Essen müssen” auch gemeinsam haben, so unterschiedlich können unsere Essgewohnheiten sein. Nicht ohne Grund gibt es regionale Unterschiede und Geschmäcker. Wer diese Unterschiede zu nutzen weiß, dem stehen viele Türen offen. Türen zu fernen Ländern in der eigenen Küche. Türen zu fremden Kulturen. Und Türen zu echtem Austausch. Mich packt also wieder einmal die Neugierde, das Interesse an etwas Neuem, etwas Fremden und an den Gemeinsamkeiten mit fremden Menschen, die gerne Kochen, als ich das Kochbuch “Home in a Bowl” aufschlage.

Home in a Bowl


Ich blättere durch die Seiten und bleibe beim veganen Linsendahl hängen, das ich schon einmal auf dem Blog gezeigt habe. Unglaublich lecker ist es und am liebsten würde ich es sofort wieder kochen. Mittlerweile kenne ich das Rezept fast auswendig. Umso bedrückter macht es mich, den Namen des Mannes zu lesen, der dieses Rezept in meine Küche gebracht hat. Pouya, der noch am Ende des letzten Jahres nach Afghanistan zurückkehren musste. Die genauen Hintergründe hierzu kannst du sicher ganz leicht googeln, falls du möchtest.

vegan, gesund und lecker - Erdnusseintopf mit Geschichte
Fast jedes Gericht wird in einer Schüssel serviert.

Ich blättere weiter in der zweiten Auflage des Kochbuches “Home in a Bowl” und bin erstaunt, wie treffend doch der Name ist. Fast jedes Gericht wird in einer Schüssel serviert und bringt ein Stückchen der jeweiligen Heimat des Kochs mit sich. Genauer, ein Stück einer fremden Heimat nach Augsburg. Denn genau hier haben die drei Gründerinnen von Home in a Bowl e. V. zusammen mit den Menschen, die ihre Rezepte in diesem Buch an uns weiter geben, gekocht. Von jedem dieser Menschen erfahren wir im Buch ein Stück Lebensgeschichte. Wir erfahren, woher sie kommen, was sie nach Augsburg gebracht hat und was ihr jeweiliges Rezept für sie bedeutet. Ich lese, blättere und entscheide mich schließlich dafür, veganen Erdnusseintopf nach Ihlanis Rezept zu kochen.

Kulturmix in der Küche


Fasziniert bleibe ich an ihrer Geschichte hängen. Ihlani, deren kulturelle Wurzeln einmal quer über die Welt verteilt sind, verschlägt es mit neun Jahren aus den USA nach Deutschland. Auch nach Augsburg, wo sie für einige Jahre eines der ersten veganen Restaurants hier eröffnet.
Ich google, denn zu gerne möchte ich jetzt den originalen, veganen Erdnusseintopf von Ihlani in ihrem Restaurant probieren, möchte herausfinden, wie der Kulturmix ihre Küche geprägt hat, stelle aber enttäuscht fest, dass es das Restaurant nicht mehr gibt. Was wohl daraus geworden ist?

Toll, wenn interkultureller Austausch so lecker ist
Dieses Rezept hinterlässt Spuren in meiner Küche...

Ich koche also selbst und bin begeistert. Ihlani wird ebenso wie Pouya eine Spur in meiner Küche hinterlassen. Eine Spur in Form eines Rezeptes mit Hintergrund.

Vielleicht möchtest du dir auch etwas von Ihlanis interkulturellem Charme in deine Küche holen? Dann ist hier das Rezept für dich!

Veganer Erdnusseintopf nach Home in a Bowl

Für 3-4 Personen
  • 1 große Süßkartoffel
  • 1 Paprika
  • 1 Gemüsezwiebel
  • 1 Zucchini
  • (1 Aubergine - im Original-Rezept nicht dabei)
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 daumengroßes Stück Ingwer
  • 1 Tube Tomatenmark
  • 2 TL Paprikapulver
  • 300ml Gemüsebrühe
  • 200 g Erdnussbutter ungesüßt ( im Original-Rezept 400g - das verträgt meine Hüfte aber nicht )
  • Salz
  • Pfeffer
  • Etwas Öl
Das Gemüse in grobe Würfel schneiden. Knoblauch und Ingwer fein reiben und zusammen mit der Gemüsezwiebel im heißen Topf mit etwas Öl anschwitzen. Danach das Tomatenmark hinzugeben und leicht anrösten. Achtung! Nicht zu heiß werden lassen, da es sonst schnell bitter wird. Nun das Paprikapulver unterrühren und noch etwa eine Minute mit anbraten. Gewürfeltes Gemüse hinzufügen und mit Gemüsebrühe aufgießen. Zum Schluss die Erdnussbutter unterrühren, sodass eine cremige Soße entsteht. Sollte es zu dick werden, einfach etwas Gemüsebrühe nachgießen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und etwa 30 Minuten leicht köcheln lassen. Dabei unbedingt immer wieder umrühren, da die Erdnussbutter gerne anhängt.

Dazu schmeckt Basmatireis.
Home in a Bowl - Ein Kochbuch mit Initiative
Gemeinsam Kochen, gemeinsam Essen - Wenn aus Fremden Freunde werden.

Vielen Dank an Tanja, Karin und Johanna von Home in a Bowl e.V. für Euren Einsatz und die schöne Idee, durch gemeinsames Kochen Fremde zu Freunden zu machen.


Low Carb Kokos-Dessert oder „Fails in der Küche”

11. Januar 2017 Kommentieren Ausdrucken?

Finger weg vom low carb Milchreis

Verehrter Leser, verehrte Leserin, heute räume ich auf. Ich rücke mit der kompletten Wahrheit raus. Vielmehr erzähle ich die nackte und blanke Wahrheit über Foodblogger und ihre Rezepte.

Der Grund? Ich bin verärgert. Denn was du hier auf den Fotos in diesem Beitrag siehst, ist zwar wunderschön dekoriert und gut in Szene gesetzt, aber bitte tu mir einen Gefallen, mach das Originalrezept niemals nach. Es schmeckt nicht.

Wenn du mich jetzt sehen könntest, würdest du mitbekommen, dass ich gerade provokativ mit den Augen rolle. Vielleicht schnaube ich auch etwas vor mich hin. Ich denke, du verstehst worauf ich hinaus will?

Zurück zum Kokos-Dessert, damit bin ich anderen „Foodbloggern” gehörig auf den Leim gegangen. Als ich vor einigen Wochen das Rezept entdeckte, war ich begeistert. Wow, klang das interessant und echt verdammt leicht! Neugierig wie ich bin, griff ich kurzer Hand zum Kochlöffel. Eine Sache, die ich besser hätte bleiben lassen.

Vermutlich wäre es klüger gewesen auf meinen Instinkt zu hören, denn schon beim Lesen meinte eine kleine Stimme in mir: „Das sind aber komische Zutaten, das kann doch gar nicht richtig schmecken.”

all you need is love and a coconut

Noch viel schlimmer ist, dass ich auf die Idee gekommen bin, dir dieses Rezept überhaupt zu präsentieren. Während das Dessert auf der heißen Herdplatte stand, baute ich fix ein Fotoset auf. Ich arrangierte die Gläser im Licht und knipste fröhlich einige Bilder - ohne auf die Idee zu kommen, vorher einen Löffel zu probieren.

Ein großer Fehler! Denn das „super mega dolle“ low carb Kokos-Dessert, das mir als das Highlight in der Low Carb Küche angepriesen wurde, ist nichts weiter als Murks. Es schmeckt fad, langweilig und ist alles andere als eine kulinarische Erleuchtung. Welch’ Ernüchterung!

Der Vollständigkeit halber tippe ich dir das Rezept ab. Allerdings mit einer ausgesprochenen Warnung. Bitte koch es nicht nach!

Low Carb Kokos-Desser aka Low Carb Milchreis

Für die Kokosschicht

300 ml Kondensmilch 7,5% Fett
100 g Kokosraspeln
3 Esslöffel cremige Kokosmilch
2 Esslöffel Butter

Für die Schokoschicht

70 g Xucker Schokolade
3 bis 5 Esslöffel Kondensmilch

Erhitze die Kondensmilch und füge die Kokosraspeln hinzu. Lass alles etwas quellen bevor du Butter dazu gibst und die Masse ordentlich einkochen lässt. Damit das Dessert cremiger wird kommt nun ein Schuss Kokosmilch in den Topf.

Fülle alles in Gläser und lase den low carb Milchreis abkühlen. Währenddessen kannst du die Schokolade zusammen mit der Kondensmilch schmelzen lassen. Die kommt nun als Topping auf das Dessert. Und nun ab damit in den Kühlschrank. Nach etwa vier Stunden Kühlzeit kannst du dein Desser „genießen.”

Ich empfehle dir, diese Variante nicht auszuprobieren. Lies einfach etwas weiter, wenn du ein tolles Kokos-Dessert essen möchtest.

Besser ein gutes Kokos-Dessert essen

Doch wie könnte ich dich jetzt, mit diesen Bildern und dem Appetit auf ein echt gutes Kokos-Dessert hängen lassen? Es reicht, dass ich frustriert bin.
Ich habe mir also überlegt, wie ich dieses Rezept noch retten kann und bin zu folgendem Ergebnis gekommen:

Ein echt gutes und einfaches Kokos-Dessert

Für die Kokosschicht
100g Kokosraspeln
4 Schokoküsse
250g Quark
Zitronensaft
2-3 EL Kokosmus

Für die Schokoschicht
Kokosöl
„Echte” Schokolade

Lass die Kokosraspeln einige Stunden in Wasser einweichen. Trenne die Schokoküsse von ihrem Boden und vermenge Sie zusammen mit Zitronensaft mit 250g Quark, sodass eine cremige Masse entsteht, die an
Stracciatella-Eis erinnert. Gieß nun die eingeweichten Kokosraspeln ab und füge sie zusammen mit dem Kokosmus hinzu. Hebe alles vorsichtig unter. Fülle dein Kokos-Dessert in kleine Gläser und lass die Schokolade mit etwas Kokosöl schmelzen. Bevor du nun das Topping auf die Creme gibst, lass sie etwas auskühlen. 

Et voilà! So geht ein einfaches und vor allem leckeres Kokos-Dessert!

low carb Kokos-Dessert.. besser nicht

Und glaub mir, dieses Rezept schmeckt!
Falls du Lust hast es auszuprobieren, sei so lieb und lass mich von deinem Erfolg wissen, denn erprobt habe ich es ausnahmsweise nicht. Ich war viel zu beschäftigt, das Original low carb Kokos-Dessert verschwinden zu lassen. Doch keine Sorge, allein die Zutaten überzeugen mich hier mehr.

In diesem Sinne...
Bitte liebe Foodblogger, steht dazu, wenn ein Rezept ein Griff ins Klo war.
Herzlichen Dank, ihr erspart uns allen eine Enttäuschung.



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