Weihnachtsleckerei: Bratapfel mit Käse

20. Dezember 2012 / Ausdrucken?


Dass ich einen etwas seltsamen Geschmackssinn habe, dürfte euch ja mindestens seit meinen Bananentiraden oder meinen Schwärmereien über die Kombination von Salz und Schokolade bekannt sein. Auch im Winter gibt es für mich ein Küchenhighlight, dass andere vielleicht nicht in dieser Form essen würden. Ich aber kann es nur empfehlen. Gerade wenn man wie ich auf etwas seltsamere Foodkombinationen steht.
Wahrscheinlich haben schon einige von euch beim Lesen des heutigen Posttitels die Nase gerümpft. Aber bitte gebt meiner Bratapfelversion eine Chance.


Anstatt der klassischen Bratapfelfüllung aus Marzipan, Nüssen und Mandeln kommt bei mir Käse mit rein. Ja, richtig gehört Käse. Herzafter, würziger Käse. Könnt ihr euch nicht vorstellen?
Traut euch, denn die Kombination aus süßen Äpfeln, Haselnüssen, Zimt und Marzipan ist einfach nur fruchtig-weihnachtlich lecker! Dazu noch eine klassische Vanillesoße und der Himmel öffnet seine Pforten.
Erst der Käse bringt das richtige interessante Aroma ohne dabei wirklich nach Käse zu schmecken. Stellt euch hier bitte keinen Camembert oder etwas ähnlich aromatisches vor, sondern eher einen würzigen Hart- oder Raclettekäse, der nichts von diesem "stinkigen" Aroma hat.


Genug geschwärmt. Hier das Rezept für alle Mutigen und die die etwas Neues ausprobieren wollen, fernab von der klassischen süß vs. herzhaft Unterscheidung. Den die ist in dem Fall einfach total unnötig.

Bereitet eure Äpfel vor indem ihr oben eine Scheibe abschneidet und das Kerngehäuse, am besten mit einem Gehäuseausstecher, entfernt. Stopft danach das am Boden entstandene Loch mit etwas Alu-folie. Ansonsten läuft euch die ganze Füllung davon. Das wäre schade.

Nun zur Füllung. Diesmal habe ich nur circa Angaben für euch. Weil das kochen diesmal so sehr nach Gefühl ging, dass ich nicht wirklich auf die Mengen geachtet habe. Ihr braucht in etwa für 12 säuerliche Mini-Äpfel oder 8 Normale:

3 kleingehackte Datteln
75g zerkleinerter Schnittkäse (Raclettekäse etc.)
25g Marzipan
50g gemahlene Haselnüsse
2 EL Butter
2 Hand voll Semmelbrösel
etwas Pfeffer
etwas Zimt

Alle Zutaten mischt ihr kräftig sodass eine schöne klebrige Masse entsteht und füllt diese in die vorbereiteten Äpfel. Danach nur noch das Deckelchen drauf und ab in den Ofen damit. Bei ca. 180°C für etwa 20min backen. Kontrolliert am besten hin und wieder, wie sie sich entwickeln. Nicht das die Füllung zu dunkel wird, oder die Äpfel zu matschig oder trocken.

Dazu passt perfekt Vanillesoße oder ein leckeres Vanilleeis.


Wer es lieber klassisch mag, der kann auch mal dieses Rezept hier ausprobieren. Klick. Das Rezept verkörpert für mich das Ur-Rezept eines klassischen Bratapfels. Rosinen und Mandeln perfekt kombiniert mit Äpfeln. Ursprünglicher und einfacher als mit Käse ist es definitiv und so ist es sicher auch für die nicht so Mutigen unter uns Bestens geeignet. Ich habe auch schon von Varianten mit Kekskrümeln aus Spekulatius und Eierlikör oder von Füllungen aus Mett und Zwiebeln gehört. Richtig toll soll auch Bratapfel mit Weißwein sein. Ihr seht euch sind bei der Bratapfelzubereitung keinerlei Grenzen gesetzt. Man kann nichts falsch machen. Der Klassiker ist und bleibt aber mit Rosinen, Mandeln, Zucker und Butter.
Ich für meinen Teil bleibe bei unserem Hausrezept mit würzigem Käse. Was werdet ihr ausprobieren?


Die Idee mit dem Käse stammt übrigens von meiner Mutter, die schon recht früh mit meinen seltsamen Essensvorlieben zu kämpfen hatte. Mir war ein klassischer Bratapfel immer zu süß und mit hat da meistens die herzhafte Note im Essen gefehlt, sodass ich immer nach etwas "deftigen" gejammert habe. Auch im Fall von Bratäpfeln. Not macht erfinderisch und so kam meine Mutter darauf einfach etwas Käse mit unterzumengen, damit meine liebe Seele Ruh' hat.

Das Problem mit den deftigen Sachen habe ich übrigens fast immer. Seit ich mit 13 beschlossen habe vegetarisch zu leben, fehlt mir der würzig, deftige Geschmack und ich habe das Gefühl meine süßen Geschmacksknospen arbeiten viel intensiver als die im umami oder salzigen Bereich. Ich schmecke fast überall die süße Komponente heraus. Deswegen bin ich immer auf der suche nach "deftigen" vegetarischen Gerichten, die meine Geschmacknerven ordentlich kitzeln.

Gibt es Mutige unter euch, die sich an dieses eher ungewöhnliche Rezept heran wagen wollen? Wie esst ihr euren Bratapfel am liebsten? Ich bin neugierig!

"Danke" muss ich übrigens für all eure lieben Kommentare sagen. Besonders die für den letzten Post. Ich war teilweise wirklich verunsichert, als ich ihn online gestellt habe und habe mit den wüstesten Meinungen zum Thema "Modeln" gerechnet. Aber ihr war allesammt so positiv eingestellt. Danke! Und tausend Küsse für all die lieben Komplimente, ich bin wirklich gerührt.



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