{Herbstklassiker} Kürbissuppe

30. September 2013 7 Kommentare Ausdrucken?


Essen ist nicht immer nur reine Nahrungsaufnahme, sondern im Idealfall vermittelt es uns auch Gefühle. Es tröstet uns, wie das Wurstbrot das mir meine Oma gemacht hat, als ich die Sommerferien bei ihr verbrachte, furchtbares Heimweh bekam und die ganze Zeit weinte. Damals habe ich noch Fleisch gegessen. Oder wie die Hühnersuppe, die uns von Innen wärmt wenn wir krank sind und das Gefühl des Umsorgtseins vermittelt. Wie der heiße, duftende Kakao der uns erwartet wenn wir durchgefroren nach Hause kommen und das Gefühl vermittelt anzukommen, da zu sein, zu Ruhe zu kommen. Aber auch wie der Coffee to Go, in Eile an der Ecke geholt, der schon beim ersten Schluck bei uns den Eindruck hinterlässt, jetzt energiegeladener zu sein und so bestimmt das nächste Seminar oder Meeting mit links zu nehmen.
Oder wie meine Kürbissuppe, die bei mir irgendwie nach Abschied schmeckt.


Ich bin fest davon überzeugt, dass man wenn man sehr aufmerksam ist, herausschmecken kann, welche Gefühle der Koch in unser Essen gegeben hat. Und so kann einem beim Probieren eines einfachen Bananenkuchens förmlich der Atmen wegbleiben, weil man die ganze zarte Liebe schmeckt, die mithineingebacken würde. Oder einem wird beim ersten Löffel der köstlich dampfenden Kürbissuppe das Herz schwer, weil sie mit bittersüßem Abschiedsschmerz gewürzt ist.
Das Gefühl das man selbst während des Kochens in seine Gerichte dazugibt macht den eigentlichen Geschmack aus. Nicht umsonst heißt es doch auch  "... mit Liebe gekocht."


Diese Kürbissuppe hier, schmeckt in meiner Zubereitung nun eben nach zartem Abschied, der eigentlich kein Wirklicher ist. Denn erst gestern habe ich eine sehr liebe Freundin verabschiedet, die nun zum Studieren nach Graz gezogen ist. Sie ist nicht aus der Welt und ich freue mich riesig, dass sie einen wundervollen neuen Lebensabschnitt anfangen kann, aber trotzdem wird mir das Herz irgendwie schwer. Wir haben den kompletten Sommer fast jeden Tag miteinander verbracht. Waren wie Pech und Schwefel und ich durfte mir schon anhören, sie sei wie mein Schatten, immer mit mir verbunden. Nach so einer Zeit, in der man erkennt, dass man seine Seelenverwandte gefunden hat, fällt ihr Fehlen schon nach einem Tag auf.
Bei ihr habe ich zum ersten Mal Kürbissuppe probiert und so wird es wohl auf ewig sein, dass Kürbissuppe immer etwas nach Abschied schmecken wird.

Wollt ihr einen Löffel davon probieren?

Ihr braucht für etwa 4 Portionen als Vorspeise
400 g Hokkaidokürbis
100 g geschälte Kartoffeln
100 ml Sahne
ein Daumengroßes Stück Ingwer
eine Hand voll Mandeln
Butter
einige frische Salbeiblätter
1 kleine Zehe Knoblauch
Salz, Pfeffer

Halbiert den Kürbis, entfernt die Kerne und zerteilt ihn in grobe Stücke. Schälen müsst ihr ihn nicht, wenn ihr einen Hokkaido erwischt, schneidet nur eventuelle schlechte Stellen weg. Schält die Kartoffeln und schneidet sie in Würfel. Gebt alles zusammen in einen großen Topf und bedeckt das Gemüse mit ausreichend Wasser. Lasst es nun solange kochen, bis alles schön weich ist.
In der Zwischenzeit könnt ihr die Mandeln in einer Pfanne ohne Fett anrösten bis sie duften. Lasst sie auskühlen und hackt sie klein. Schält danach eine kleine Zehe Knoblauch. Schneidet den Knoblauch in feine Scheiben und lasst ihn zusammen mit dem Salbei in reichlich Butter schön ausfrittieren, bis der Salbei knusprig wird. Jetzt habt ihr eure Toppings für die Suppe fertig. Wer mag kann noch Brotwürfel in Butter anbraten.
Schält nun den Ingwer und hackt in entweder ganz klein oder reibt ihn auf einer Ingwerreibe zu feinem Mus. Gebt ihn zum weich gekochten Gemüse und püriert alles fein durch. Würzt nun noch mit Salz und Pfeffer und gebt die Sahne hinzu.
Richtet die Suppe zusammen mit den Toppings an. Schon fertig!

Eigentlich bin ich kein Kürbisfan. Ich mag den Eigengeschmack einfach nicht so gerne und kann es nicht leiden wenn er sehr penetrant schmeckt. Das ist bei dieser Suppe gar nicht der Fall. Also kann ich sie auch für Kürbis-Hasser empfehlen.


Ein schöner Film zum Thema Gefühle und Essen ist übrigens "The Ramen Girl." Dort lernt die Filmheldin, was es wirklich heißt eine gute Ramen-Nudelsuppe zu kochen und, dass dazu viel mehr gehört als das einfache Zusammenwerfen von Zutaten.

Wie steht ihr dazu? Sehr ihr das auch so? Essen bedeutet Gefühl?
Lasst es mich wissen, ich bin neugierig wie immer!

Brioche mit Brombeermarmelade

28. September 2013 5 Kommentare Ausdrucken?


Endlich scheint die Welt wieder zur Ruhe zu kommen. Während ich in den Sommermonaten unglaublich viel unterwegs war und lauter neue Sachen entdeckt habe, Städte für mich erobern konnte (vor allem Graz und München), mit wilden Tieren (Kühen auf der Alm) kämpfen musste und neue Geschmäcker probieren durfte (wer hätte gedacht, dass mir Cider so gut schmeckt?) ist zuhause doch einiges liegen geblieben. Jetzt wird es aber langsam Zeit sich gemütlich, oder viel mehr "gmieatlich" wie unsere österreichischen Nachbarn sagen würden, einzurichten. Etwas Nestwärme für die grauen Tage zu schaffen, die Kissen aufzuschütteln, die Duftkerzen zu reaktivieren, gute Bücher zu stapeln und den warmen Ofen für die langen grauen und kalten Abende einzuheizen.
Und wie könnte das denn besser klappen als mit einem kleinen süßen Hefeteigteilchen, dass nicht nur auf der Zunge zergeht, sondern auch schon beim Backen diesen unglaublich warmen, würzigen Duft im ganzen Haus verströmt?


Hefeteig... uhh! Höre ich schon die ersten Jammern... aber lasst euch gesagt sein, alles halb so wild. Mit ein paar Kniffen gehören eure Ängste bald der Vergangenheit an. Und, was noch viel wichtiger ist: es lohnt sich! Es lohnt sich sogar so sehr, dass ich noch vor dem fotografieren ganz dringend das Bedürfnis verspürte in ein süßes, kleines, marmeladengefülltes Brioche zu beissen und ganz vergessen hatte, dass im Inneren wirklich sehr, sehr, sehr, sehr heiße Marmelade schlummert. Ende vom Lied ist ein klassischer "Küchenunfall", Spott von allen Seiten, ein mit Brombeermarmelade verkleckertes Geschirrtuch, schade um die gute Marmelade (!) und eine verbrannte Lippe.
Diese Brioches sind also, lasst euch das eine Warnung sein, sehr gefährlich und mit Vorsicht zu genießen. Zumindest für so ungeduldige Menschen wie mich, die leckeren Düften einfach nicht widerstehen können.


Hier also das das Rezept mit Warnstufe 3.
Für 3 kleine, 2 mittlere und 2 größere Brioches braucht man nachfolgende Zutaten:
Ich habe leider nur 4 Briocheformen in 2 verschiedenen Größen, deswegen diese seltsame Angabe, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sie auch wunderbar in einer einfachen Muffinform gelingen, sodass eine Briocheform nicht zwingend notwendig ist.

200ml Milch
1 Würfel Hefe oder 1 Päckchen Trockenhefe
500g Mehl
50g Zucker
eine Prise Salz
1 Ei
100g Butter
Zitronenschalenabrieb von einer Biozitrone

Brombeermarmelade, wir hatten noch ein Glas selbstgemachte da, aber sicher schmeckt auch jede andere rote Marmelade.

Erwärmt die Milch. Aber bitte nicht zu heiß, damit die Hefepilze nicht sterben, und bröckelt die Hefe vorsichtig hinein. Rührt solange, bis sie sich vorständig aufgelöst hat. Gebt nun Mehl, Zucker, Salz, Zitronenschalenabrieb und ein Ei in eine große Schüssel und gießt die Hefemischung dazu. Knetet das ganze ordentlich durch ( ich lasse das immer unseren Backautomaten machen, der ein eigenes Programm dafür hat) und knetet danach die Butter in kleinen Stückchen darunter. Sobald er sich zu einer Kugel formen lässt, knetet noch etwas weiter und stellt ihn danach abgedeckt für 40-60 Minuten beiseite damit er in Ruhe gehen kann. Das funktioniert meiner Meinung nach am besten im Backofen bei eingeschaltenem Licht.
Das war auch schon der ganze Zauber.
Jetzt geht es nur noch ans Formen. Teilt den Teig dazu in je eine größere und eine kleinere Kugel pro Brioche. Setzt die Größeren in eure Formen und stellt sie nochmal 20 Minuten zum gehen beiseite. Drückt danach mit einem Kochlöffel kleine Mulden in den Teig und befüllt diese mit Marmelade und setzt die kleine Kugel als Deckel oben drauf. Nehmt ruhig reichlich Marmelade, dann bleibt genug für das ganze Brioche zum Dippen.
Bestreicht die fertigen Teigbrioche nun noch mit etwas Milch und lasst sie bei 175°C Umluft für etwa 15 Minuten im Ofen backen, sodass sie schon goldgelb werden.


Und hier nun noch die gut gemeinte Warnung. Nicht sofort hineinbeißen! Sondern lauwarm auskühlen lassen oder wenns gar nicht anders geht, wie bei mir, dann ganz, ganz vorsichtig zerrupfen und die Teigteile in die noch heiße Marmelade dippen und ordentlich pusten! Hm... ein Gedicht!

Richtig lecker schmecken die übrigens zu einer schönen Tasse Kaffee am Nachmittag, wenn die Welt draußen grau ist und man sich mit einem guten Buch oder Film auf die Couch verkrümelt, aber auch als Frühstück an einem Wochenendmorgen sind sie einfach nur wunderbar. Besonders der Duft, der das ganze Haus durchströmt ist einfach nur großartig!
Lasst es euch schmecken!



{Bye bye Summer} Piña Colada Cheesecake

20. September 2013 Kommentieren Ausdrucken?


Frisch erholt und endlich wieder zurück aus der Sommerpause hat mich der Herbst schneller eingeholt als ich das geplant hatte.
Grau und nass ist es momentan dort draußen. Kälte und täglicher Regen sind unsere ständigen Begleiter. Und mal ganz ehrlich, auch wenn ich den Herbst wirklich gerne mag, stelle ich mir doch lieber bunte Blätterwälder, die von goldenem Licht durchflutet sind, vor, wenn ich an diese Jahreszeit denke. Vermutlich werden wir das dann wirklich im Oktober genießen können.
Habt ihr solange Lust mit mir zusammen die letzten Erinnerungen an den Sommer festzuhalten?
Sozusagen ein Sommer-Abschiedsgedicht? Eine Liste der Dinge, die wir diesen Sommer getan haben? Oder die wir uns unbedingt für nächstes Jahr vornehmen müssen.
Hier mal einige meiner Vorschläge.


Ich habe euch natürlich auch das perfekte "Schmankerl" mitgebracht, damit es euch leichter fällt eure eigene Liste zu machen. Mit einem Piña Colada Cheesecake könnt ihr nochmal Karibikfeeling pur auf den heimischen Kaffeetisch bringen. Wär das nicht was? Dem grauen Wetter zum trotz verabschieden wir uns mit exotischen Aromen vom Sommer. Genauso wie wir das im Frühling mit dem Winter gemacht haben. Den jede Jahreszeit verdient einen würdigen kulinarischen Abgang.
Habe ich eigentlich schon mal erzählt, warum ich so ein großer Jahreszeitenfan bin?
Festgestellt habe ich das eigentlich während unseren zahlreichen Asienreisen. Dort gibt es nur zwei verschiedene "Jahreszeiten": Regenzeit und Trockenzeit. Das ganze Jahr über ist es eigentlich, wirklich vereinfacht gesagt, gleichbleibend warm, die Natur sieht immer gleich grün aus und irgendwie fehlen dort auch diese typischen Jahreszeitendüfte, wie die frische blumige Luft im Frühling, der eigenartige Geruch von blühenden Rapsfeldern im Sommer, bei dem man sich wirklich immer fragt:"Stinkt das nun, oder riecht es gut?!" oder eben der warme, holzige Blätterduft des Herbsts und ich meine sogar, dass Schnee einen eigenen "Duft" hat. All das fehlt dort und das ist für mich einer der Gründe, warum ich wohl nie aus Europa auswandern könnte. Mir würde das wohl fehlen.

 
Jetzt aber genug geschwärmt und erzählt. Lasst uns den Sommer kulinarisch verabschieden. Hier meine Idee dazu.

Für einen richtig leckeren und exotischen Piña Colada Cheesecake braucht ihr:

Für den Boden:
300g Mehl
120g Zucker
175g Butter
1 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Salz
1 Ei

Verknetet alle Zutaten schnell zu einem Mürbeteig. Gebt ihn in eine eingefettete Form und drückt ihn schön flach auf den Boden und formt einen hohen Rand. Stellt ihn nun für einige Zeit kalt.Währenddessen könnt ihr den Ofen auf 175°C Umluft vorheizen und die Füllung vorbereiten.
Dafür braucht ihr:

750g Quark (nehmt am den mit 40% Fett)
1 Päckchen Vanillepuddingpulver
die abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone
4 Eier
150g Zucker

Vermischt Quark, Zucker, Puddingpulver und Zitronenschale zu einer glatten Creme und rührt nacheinander die 4 Eier unter. Verteilt nun die Masse auf euren vorbereiteten Boden und lasst den Kuchen 50-60 Minuten backen. Nach 30 Minuten solltet ihr ihn vielleicht mit etwas Alufolie abdecken, damit er oben nicht verbrennt.

Sobald der Kuchen fertig ist und auskühlt könnt ihr das Topping vorbereiten.
Nehmt dazu:

1 Dose Ananas
lasst die Fruchtstücke abtropfen, fangt aber etwas von dem Saft auf. Gebt sie ihn einen Topf und fügt etwas von dem Saft dazu. Lasst das ganze aufkochen unf fügt dann etwa 1 EL Speisestärke, die ihr vorher mit etwas Wasser oder Ananassud angerührt habt hinzu und lasst alles nochmal aufkochen, sodass es schön eindickt. Gebt die Masse über den abgekühlten Kuchen und bestreut sie sofort mit 2 EL Kokosflocken.
Schon fertig!


Nun haben wir uns aber gut verabschiedet und können in freudiger Erwartung auf heiße Suppen, Eintöpfe, deftige Kuchen und Gerichte endlich die kälteren Jahreszeiten willkommen heißen. 
Ich freue mich schon wieder richtig auf das erste vegetarische Chili der Saison oder einen tollen Schokokuchen, der mir im Sommer einfach zu mächtig ist.
Hach ja.. alles zu seiner Zeit.
Worauf freut ihr euch im Herbst? Konntet ihr im Sommer eure persönliche "To-Do"Liste abarbeiten? Was habt ihr erlebt?
Lasst es mich wissen, ich bin neugieriger den je!

...

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