{Gut bayerisch} Hüttenfood

31. August 2014 Kommentieren / Ausdrucken?


August ist für mich Hüttenzeit. Ach wenn der jetzt schon um ist möchte ich euch an Meinem nochmal teilhalben lassen. Für einen schönen gelungenen Sommer gehört für mich Wandern und ein Wochenende auf einer Hütte einfach mit dazu. Und vor allem die ganzen gut bayerischen Leckereien die jeder von uns einfach so aus dem Ärmel schütteln kann.
Dieses Jahr, habe ich euch keine romantisch verspielten Fotos von einer verlassenen Hütte mitgebracht. Die könnt ihr euch aber trotzdem hier anschauen. Denn vor zwei Jahren hatte ich das riesige Glück einen Blick in die "Obere Alp Glocke" zu werfen und habe dort die romantischsten Dinge entdeckt.


Dieses Jahr habe ich euch einige Ideen für euren Gaumen mitgebracht die auch super zu einer Oktoberfestparty passen, wie ich sie hier schon mal gemacht habe.
Zu einer zünftigen Brotzzeit gehört neben gutem Brot, toller Gesellschaft auch ein richtig guter Bergkäse, viele Zwiebeln und frische Alpenkräuter. All das verbindet ein "Saurer Romadur", den ihr auf dem ersten Foto sehen könnt.
Das ist vermutlich der einfachste und schmackhafteste Käsesalat der Welt.

Dazu einfach einige Stücke Romadur aufschneiden und auf einer Platte zusammen mit Zwiebelringen anrichten. Etwas Essig darüber träufeln und mit Pfeffer und frischem Schnittlauch würzen und garnieren.

Dazu ein gutes herzhaftes dunkles Bort und man braucht nach einer anstrengenden Wanderung nichts anderes mehr.


Vermutlich liegt das Geheimnis in einer guten sommerlichen Bergküche in den Zwiebeln. Unvorstellbar, wieviel ich davon an nur einem Wochenende gegessen habe. Aber, das macht ja nichts... man ist ja Draußen unterwegs.

Auch im bunten Käsesalat dürfen Zwiebeln nicht fehlen.
Neben klein geschnittenen Äpfeln tummeln sich dort noch Paprika, Bergkäse, etwas Schmand, Alpenkräuter Salz, Pfeffer und Currypulver. 
Wieder eine sehr einfache aber schmackhafte Brotzeitvariante, die sogar etwas leichter ist, da tatsächlich mehr Apfelstückchen enthalten sind als Käse.

Eine riesige Schüssel davon und dazu ein Laib Brot mach eine ganze Mannschaft glücklich und fit für weitere Unternehmungen.



Nun aber zum Herzstück. Ein Gericht das für mich auf keiner Hüttenfahrt fehlen darf. Der Grund warum ich jedes Jahr wieder mitfahre. Ohne das ich einfach nicht glücklich bin und das ich tatsächlich nur einmal im Jahr auf der Hütte esse.

Der Kaiserschmarrn.

Davon gibt es ja zig tausend Abwandlungen und Kombinationsmöglichkeiten. Sei es mit Apfelmus, wie ich ihn auf der Alpe Gschwenderberg essen konnte, oder mit Zwetschgenröster, wie wir ihn am dann Abend selbst gemacht haben.



Das führt mich zu einem klitzekleinen Gastrotipp, der erste überhaupt auf diesem Blog, die Alpe Gschwenderberg.
Dort gibt es tatsächlich den knusprigsten und aromatischsten Kaiserschmarrn den ich je gegessen habe. Und sicherlich liegt das nicht nur daran, dass man erstmal zur Hütte wandern muss.
Ich meine das Geheimnis ist die Karamellkruste die mit Rum abgelöscht wurde, aber das würde mir ein guter Koch niemals verraten. Deswegen sei euch dieser Kaiserschmarrn warm ans Herz gelegt, wenn ihr mal in der Gegend rund um den Alpsee unterwegs seid. Mit 10€ ist er nicht ganz günstig, aber jeden Cent wert und die Portion reicht locker für zwei Personen. 


Nicht zu verachten ist auch "unser Hüttenkaiserschmarrn mit Zwetschgenröster." Denn der ist wahre Handarbeit. Angefangen vom Anschüren des Herds bis hin zum Schlagen des Eischnees. Alles Handarbeit. Da wird vom Eischneeschlagen so mancher Arm taub und die Schüssel samt Handmixer muss fleißig an die stärksten Männer und Frauen durchgereicht werden. Da ich hier quasi live dabei war kann ich euch sogar verraten, wie er gemacht wird.


Für etwa Portionen Kaiserschmarrn:
4 Eier
350 ml Milch
125gr Mehl
1 Prise Salz
1 Prise Zucker

Trennt die Eier und schlagt den Eischnee richtig schön steif. Schlagt nun die Eigelb mit dem Zucker und der Prise Salz etwas schaumig auf, gebt Milch und Mehl hinzu und hebt ganz vorsichtig den Eischnee unter, sodass ein fluffiger Teig entsteht. Backt nun etwas dickere Pfannkuchen in Butter aus und legt sie wenn sie goldbraun sind auf einem Teller beiseite.
Nun kommt das Geheimnis.
Gebt nun einen Stich Butter in die heiße Pfanne und streut etwas Zucker ein. Lasst den Zucker schmelzen und gebt den Pfannkuchen dazu. Nun darf er in der heißen Karamellpfanne zerrupft werden und die Stückchen im Karamell gewälzt werden.
Heiß, mit Puderzucker und Zwetschgenröster servieren.

Für den Zwetschgenröster kann ich euch leider nur ein Pi mal Daumen Rezept geben, aber der ist wirklich sehr einfach.

Gebt etwa 100g Zucker nach und nach in einen Topf und lasst ihn zu Karamell einschmelzen. Löscht den hellbraunen Karamell mit einem Glas Rotwein ab. Achtung hier spritzt und brutzelt es gewaltig. Lasst nun die Karamellkruste im Rotwein leicht köcheln bis sie sich gelöst hat und gebt dann die frischen Pflaumen oder Zwetschgen zusammen mit einigen Stangen Zimt, etwas Sternanis und Nelken hinzu und lasst alles etwas einköcheln bis die Pflaumen schön weich sind. Und das wars schon. 


Bergessen oder Hüttenfood ist für mich einfach nur eine Wucht und wahrscheinlich schmeckt es wegen der wundervollen Bergluft und den vielen Wanderungen einfach nur doppelt so gut. Jeder der mal die Gelegenheit hat in die Berge zu fahren, sollte sie nutzen und das mal ausprobieren. Ich kann mir nichts schöneres vorstellen. Klar, Urlaub am Meer hat auch seinen Reiz oder eine wundervolle Städtereise, aber Berge.. ja das ist eine Geschichte für sich.
Zum Thema Städtereise gibt es demnächst übrigens mehr.. dann entführe ich euch in meine Geburtstadt.
Bleibt neugierig!




Laufen ist wie Fliegen

26. August 2014 3 Kommentare / Ausdrucken?


Laufen ist für mich unersetzlich.

Dieser Satz alleine drückt schon aus, was ich in diesem Beitrag zu sagen habe. Eigentlich könnte ich jetzt sofort aufhören. Mich gemütlich auf die Couch setzen und euch das Selbe tun lassen. Aber ihr sitzt wahrscheinlich schon gemütlich und deswegen erzähle ich euch lieber ein bisschen mehr, was meine Leidenschaft, das Laufen, für mich bedeutet und was dieses Thema auf einem Food-Blog zu suchen hat.

Vermutlich denkt ihr, bei all dem was ich den lieben langen Tag so koche und futtere, ist es klar, dass ich Laufen gehen muss, damit ich nicht bald durch die Welt Rolle. Aber ganz so wild ist das nicht. Ich laufe wirklich sehr gerne und treibe auch sonst mittlerweile viel Sport. Ich hoffe meine Sportlehrerin von früher liest hier mit. Denn zu meiner Schulzeit war ich die Unsportlichkeit in Person. Mir wäre nie im Traum eingefallen jemals 5km oder 10km am Stück zu laufen.
Dieses Jahr hingegen habe ich meinen ersten Stadtlauf über 10,5km absolviert und plane nun meinen ersten Halbmarathon. So sehr kann man sich und seine Gewohnheiten doch ändern.
Dass ich dadurch auch mehr Leckere Sachen essen kann ist ein kleiner Nebeneffekt, toll oder?


Meine Motivation war eigentlich ein kleiner Spaß. Großes Sprüchegeklopfe vor Freunden quasi. Vor zwei Jahren habe ich groß und breit erzählt, falls es jemals einen Color Run in unserer Nähe geben sollte, fange ich an zu trainieren und absolviere dort meine ersten 5km. Was ich zu dem Zeitpunkt nicht wusste: Die Planungen für München waren schon in vollem Gange. Und so kam es wie es kommen musste, letztes Jahr im April habe ich mit dem Training angefangen und bin seither kaum noch aus den Laufschuhen rauszubekommen. Ich habe endlich "meinen Sport" gefunden!
Hier könnt ihr euch übrigens die Fotos meines ersten Laufs anschauen.

Laufschuhe ein Thema für sich. Schon seit einer halben Ewigkeit hadere ich mit mir, mir hochpreisige Laufschuhe zu zulegen. Aber ehrlich gesagt, habe ich bis jetzt nur gute Erfahrungen mit günstiger Sportkleidung und Laufschuhen gemacht. Gerade als ich angefangen habe, wollte ich einfach nicht 150€ für Schuhe ausgeben, von denen ich nicht wusste, wie lange ich sie tragen werde und irgendwie, bin ich dabei geblieben. Jetzt habe ich bereits mein zweites Paar von Lidl für unter 30€ und laufe damit wirklich richtig gut. Mein aktuelles Paar ist z.b. das hier.


Bei Sportkleidung hingegen bin ich nicht so ganz einfach gestrickt. Hier zählt bei mir vor allem Eines: knallige Farben. Denn die machen mir gerade beim Sport so richtig gute Laune. Am liebsten blau und pink. Da gibt es dann schon mal pinke Socken und Schuhe (jaa... ich habe mehrere!), neongrüne Oberteile, türkisfarbene Hosen und wenn ich schrecklich verrückt drauf bin, dann sogar alles zusammen kombiniert!
Wichtig ist mir aber, dass es wirklich leichte und schnell trocknende Sachen sind. Gerade im Sommer würde ich am liebsten nur im Sport-BH Laufen gehen, das erscheint mir jedoch für andere Verkehrsteilnehmer zu gefährlich ;)
Dann ziehe ich lieber ein hauchdünnes Top drüber, so wie dieses Schwarze auf den Fotos. Das ist so leicht, das spürt man kaum.


Laufen ist für mich Entspannung pur. Runterkommen und Abschalten vom Alltag. Gedanken sammeln und auch mal schwierige Probleme lösen oder den Kopf dafür frei zu kriegen, um sie später gut anpacken zu können.
Ohne meine wöchentlichen Kilometer fühle ich mich unausgeglichen und spüre das sofort an meiner Laune. Ich bin dann einfach nicht ich selbst. Nehme Vieles zu ernst, bin gestresst und leichter auf die Palme zu kriegen. Ich bin unglaublich froh, dass ich diesen einfachen Sport für mich entdeckt habe und träume ehrlich gesagt schon vom New York Marathon in einigen Jahren.

Aber jetzt möchte ich euch noch eine kleine Anekdote zu den Fotos erzählen. Sie sind alle auf meiner gewohnten Laufstrecke ganz in der Nähe entstanden und normalerweise treffe ich dort nie jemanden.
Heute jedoch, als ich bepackt mit Kamera und Stativ durch den Wald stampfte waren selbstverständlich 2 ältere Herrschaften mit Fahrrad am Wegrand in ein Gespräch vertieft, der Bauer von nebenan im Traktor unterwegs und natürlich auch der klassische Mann mit Hund die mich allesamt verwirrt und neugierig angeschaut haben, was ich denn nun da vor habe.
Ja meine Lieben, das ist Blogger-Alltag! :)




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