{Meinung} Eine Frage der Authentizität - Ein Blick behind the scenes

25. Oktober 2015 6 Kommentare / / Ausdrucken?


Vor kurzem bin ich auf Facebook einigen Gruppen beigetreten. Vor allem Koch und Backgruppen. Man kommt ja nicht raus aus seiner Haut. Das Ganze einfach mal so, um zu schau'n, was die anderen so machen. Um einen Einblick in die breite Meinung zu erhalten und nicht nur immer auf gut durchgestylten Foodblogs unterwegs zu sein. Fotos anzuschmachten, sondern um einfach mal rauszukriegen, was denn der Nicht-Foodblogger so denkt. Was ich da so mitbekommen habe, das erstaunt mich wirklich sehr.

Da kamen mir öfter mal Meinungen entgegen, die sich gegen all das aussprechen, was ich hier tue. Gegen all die durchgestylten Fotos, arrangierten Dekoelemente und Zutaten und gegen all das was, was ich dachte, dass es einen guten Foodblog ausmacht. Die Rufe nach Authentizität, dem wahren Essen und zu Zeigen wie es wirklich aussieht, sind in diesen Gruppen wirklich richtig laut. Entsprechend werden dort auch vor allem ganz normale Fotos gepostet. Ohne Arrangement, ohne hier noch ein bisschen Mehl zur Deko, dort noch ein bisschen mehr Schatten, da noch ein Garn, um einen Farbklecks zu setzen.


Für mich Grund genug, dich heute auch mal ein bisschen hinter die Kulissen schauen zu lassen. Ganz einfach, um dir zu zeigen, dass bei mir genauso Küchenchaos herrscht, ich manchmal stundenlang mit Aufräumen beschäftigt bin und ich, wenn ich koche, genauso auch die 20 Jahre alten Rührschüsseln verwende, die sicher in irgendeiner Form auch bei dir rumstehen.

Dazu habe ich mir zwei relativ aktuelle Beiträge herausgesucht anhand von denen ich dir das mal zeigen möchte. Im ersten Beitrag geht es um das Homemade Ciabatta mit getrockneten Tomaten. Auf meinem Eröffnungsfoto siehst du das fertig gestaltete Foto für den Beitrag. Und hier nun ein Blick in meine altbackenen Schüsseln, mein Trittleiterchen (die Füße die du dort siehst sind übrigens Absicht), ganz authentisch in unserer Küche. Es wundert mich fast, dass nicht noch eine unserer Katzen auf dem roten Teppich sitzt. Genauso und nicht anders habe ich die drei verschiedenen Brote vorbereitet. Hin und wieder mal Mehl zugegeben, gefaltet und abgewartet bis der Teig soweit war.


Das zweite Foto zeigt dir nun die Vorbereitungen zur Entstehung des eigentlichen Fotos. Da siehst du den goldbespannten Reflektor rechts, der das Tageslicht des Fensters auf der linken Seite zurückwirft, unten im Bild den Fernauslöster und den Objektivdeckel, beides nur schnell hingeworfen.

Interessant ist vielleicht auch der Hintergrund. Da handelt es sich nämlich um meinen eigentlich weiß bemalten Regalboden, den ich einfach umgedreht habe. Darauf steht ein umgedrehtes Tablett, das sicher schon 40 Jahre alt ist und das ich bei meiner Oma abgestaubt habe sowie die anderen Utensilien für das Foto.

Achja, fotografiert ist das ganze selbstverständlich auf dem Bett. Nichts mit tollem Fototisch, super Tageslichtlampen und professionellem Equipment. Vermutlich ist die Kamera das einzig Professionelle, das ich für die Fotos verwende. Der Rest ist meist nur Kreativität und geschicktes Wegräumen oder drum herum Fotografieren.


Beim zweiten Beitrag siehst du nun einen Ausschnitt von der Blogger Wiesn Woche 2015 bei der ich zusammen mit Christina, einer lieben Dekobloggerin ein bayrisches Wiesnmenü gezaubert habe. Von Christina stammt die gesamte Deko für den Beitrag. Oben wieder das fertige Foto und hier unten siehst du meine Gäste auf der Bierbank sitzen.

Tatsächlich standen da unsere zwei Stative mitten im Garten, die Dekokiste von Christina, der benutze Grill vom Vorabend und die Alltagsgartenstühle gleich daneben. Niemand von uns war festlich in Tracht gekleidet oder hatte sich sonderlich schick gemacht.
Wir waren alle nur da, um einen schönen gemütlichen Nachmittag miteinander zu verbringen, gemeinsam zu essen und zu spielen. Und ja, zugegeben Christina und ich waren natürlich da, um Fotos für unsere Wiesn Woche zu schießen.

Aber ansonsten hatten wir einen ganz gemütlichen und unspektakulären Nachmittag. Vermutlich sieht es bei dir im Garten sogar weitaus weniger chaotisch aus, oder?


Ich kann den Frust mancher verstehen, die ein durchgestyltes Foodfoto sehen und sich danach fragen: "Was ist daran denn noch Echt?!"

Ich für meinen Teil begreife meine Foodfotografie als wunderbar kreative Sache, die mir unglaublich viel Freude bereitet und auf die ich in dieser Form nicht verzichten mag. Ich weiß aber auch, dass Vieles davon extra dafür arrangiert ist und dazu stehe ich auch. Ich sehe es als Kunstform. Wie ein Maler der sich Gedanken über sein Bild macht, mache ich mir Gedanken wie und mit welchen Farben der Lebensmittel ich ein schönes Bild "malen" kann.

Im Alltag hingegen esse ich ganz normal. Ohne viel Deko, ohne viel Arrangement oder durchgestylten Tellern. Da gibt es abends manchmal ein belegtes Brot und gut ist es.

Hin und wieder gibt es aber auch ausgefallene Sachen, die so toll sind, dass ich sie am liebsten so wie sie sind auf dem Blog veröffentlichen würde, es aber einfach nicht tue, weil ich ansonsten dem Stil dieses Blogs nicht mehr gerecht werden würde. Das ist teilweise auch sehr, sehr schade.
Gehört aber dazu.

Bestes Beispiel war der Mohn-Marzipanpudding. Da waren die ersten zwei Portionen so schnell aufgegessen, dass ich noch nicht mal dran dachte überhaupt ein Set dafür aufzubauen. Erst beim dritten Anlauf, 2 Wochen später, war es dann geplant ein richtiges Foodfoto daraus zu machen.

Und jetzt ist meine direkte Frage an dich, und ich hoffe tatsächlich sehr auf eine rege Diskussion zum Thema. Wie siehst du das Ganze? Bist du es auch leid durchgestylte Foodfotos zu sehen? Möchtest du das wahre Essen? Siehst du Foodfotografie auch als eine kreative Art zu Fotografieren?
Und natürlich will ich wissen, wie dir der Einblick hinter die Kulissen gefallen hat. Möchtest du mehr in dieser Art sehen?


Ich freue mich auf deine Antworten und sage:
Danke für's Lesen, Mitdiskutieren und Antworten.




Baiser aus der Mikrowelle - so einfach geht's

19. Oktober 2015 Kommentieren / Ausdrucken?


Eine kleine Naschkatze war ich schon immer. Richtig toll fand ich vor allem fluffiges Zuckerzeug. Schaumküsse, gefüllte Waffeln und Baiser. Baiser hatte es mir in meiner Kindheit schon richtig angetan und ich erinnere mich ganz genau, dass man beim Bäcker um die Ecke diese tollen Meringue-Kringel kaufen konnte, die einfach Baiser in seiner göttichsten Reinstform sind. Als ich dann älter wurde und mich mehr und mehr für das Kochen und Backen interessiert habe, wollte ich natürlich unbedingt selbst Baiser machen. Aber, dass das so aufwendig ist und die Trocknungszeit ewig dauert hätte ich nie gedacht. So kam es dann, dass ich meine Lieblingssüßigkeit ganz schnell durch etwas anderes ersetzt habe. Kuchen zum Beispiel finde ich immer richtig toll. Geht leicht und schnell und besonders liebe ich ihn, wenn er Obst, Schokolade UND etwas Knuspriges in sich vereint.


Aber ich schweife schon wieder ab. Bleiben wir beim Baiser. Vor einiger Zeit war ich mal wieder auf YouTube unterwegs. Da gucke ich mir sehr gerne Koch-und Backvideos an. Ich bin beispielsweise ein riesiger Fan von Cookingwithdog. Aber diesmal blieb mein Blick an einem ganz anderen Video hängen. Ein Video, das mir versprach innerhalb von nur drei Minuten zu perfektem, köstlichen Baiser zu kommen. Hier kannst du dir das Three-Minute Baiser Video ansehen.
Faszinierend oder? Klar, dass ich das ausprobieren musste.
Gerüstet mit Eiweiß und Puderzucker, stand ich aufgeregt in der Küche. Und siehe da: Es funktioniert! Baiser in nur wenigen Minuten. Köstlich, fluffig, knusprig, zuckrig. Genau so wie Baiser eben sein muss. Und das Schönste: kein ewiges Warten bis die Baisers im Ofen endlich getrocknet sind.


Endlich rücken Pavlova Törtchen in greifbare Nähe. Und weil ich's in letzter Zeit einfach liebe, schnelle Sachen in der Küche zu zaubern, fand ich es natürlich toll, als ich eine ganz schnelle Rezeptanregung gefunden hatte. Wieso die Baisertörtchen nicht mal mit ganz einfachem Beerenquark füllen, so wie hier? Das geht schnell und macht kaum Arbeit. Super, wenn man spontan die beste Freundin erwartet und mal so richtig auffahren will, ohne wirklich Zeit zu haben.


Hier also nochmal das gesamte Rezept für dich zum nachmachen.

Du brauchst:

Für das Baiser:
1 Eiweiß
250-300g Puderzucker

Für die Füllung:
4-5 EL Quark
200g TK-Beeren 7 frische sind noch besser, aber gerade ja nicht so toll zu bekommen.
1 Päckchen Vanillezucker
einige EL Mineralwasser

Für das Baiser das Eiweiß einfach mit dem Puderzucker zu einer Kugel verkneten. Das ist eine recht klebrige Angelegenheit. Guimmihandschuhe helfen da. Dann daraus kleine etwa 1-2cm große Kügelchen formen. Etwas platt drücken und mit viel Abstand auf einen Teller setzen, auf den du vorher ein Blatt Küchenpapier gelegt hast. Danach bei 1 Stufe unter der vollen Power deiner Mikrowelle 1:30 - 2:00 Minuten backen. Teste das am Besten bei den ersten paar Baisers.

Für die Füllung dann  Quark, Zucker und Mineralwasser mit einem Schneebesen glatt rühren und Beeren vorsichtig untermengen. Quark auf den Baisertörtchen verteilen und gleich servieren.

Rezeptanregung: gesundheit.gelbeseiten.de



Übrigen möchte ich wirklich gerne mal deine Meinung zu meinem letzten Foto hören. Das rechte, direkt hier über meinem Text. Als ich das meinem besten Freund zeigte, da war seine Reaktion irgendwie nicht so wie ich erhofft hatte. Er meinte nur: "Ach, ich weiß ned recht, das schaut so explodiert aus!"

Was sagst du? Ist das als Food-Foto noch vorzeigbar? Oder wird es den leckeren Baiser nicht gerecht?

Ich bin neugierig, was du dazu sagst und freue mich auf deinen Kommentar.

Vielen Dank für's Lesen, Nachmachen und Kommentieren.



{Apfel - Saison} Hot Apple Pie nach Sweet Paul

15. Oktober 2015 1 Kommentar Ausdrucken?


Herbstzeit ist Erntezeit! Und bei mir heißt Herbst: Kulinarische Hochsaison. Da werden zahlreiche Kürbisse verspeist und Äpfel in alle nur erdenklichen Formen verbacken. In Hot Apple Pie zum Beispiel, wie heute, oder in Apfel-Pfannkuchen mit Karamell und Fleur de Sel, Apple Crumble und machmal packe ich Apfel sogar zusammen mit Kürbis in eine leckere Suppe.

Das Rezept dafür gibt es bald auf dem Blog. Denn jedes Jahr kreiere ich mindestens eine neue Version meiner Kürbissuppe. Hier und hier findet ihr die Rezepte zu den vorherigen Jahren.
Eigentlich könnte ich dieses Jahr zusätzlich auch eine richtig kleine Rubrik nur für Apfel-Gerichte einrichten. So viele Äpfel wie ich dieses Jahr schon verarbeitet habe und noch verarbeiten werde kannst du dich jetzt schon auf einige weitere Rezepte freuen.
 

Heute möchte ich dir erstmal ein Rezept für einen leckeren Apple Pie vorstellen. In dem reiht sich nämlich Apfel an Apfel. Aber das Ganze geht natürlich nicht ohne eine kleine Geschichte dazu.

Als Blogger bekommst du ja hin und wieder Kooperationsanfragen. Manchmal sind die so abstrus, dass sich in mir einfach alles umdreht. Von Anfragen über einen Artikel über Babykleidung, der mit den Worten eingeleitet wird: "Bei meinen Recherchen zum Thema Babykleidung bin ich auf deinen Blog gestoßen..." (Wie bitte?! Hallo? Ich bin ein Foodblog und habe noch nie über Babykleidung geschrieben! Wie kommst du auf mich?), aber auch zum Thema Kreditkarten, übrigens mit einer ähnlichen Einleitung, war schon einiges dabei bei dem ich mir sprichwörtlich ans Hirn gegriffen habe.



Umso schöner ist es dann, wenn dann Emails im Postfach auf mich warten, die mich wirklich sofort begeistern. Und genau so eine Email erreichte mich letzte Woche von Jakob. Jakob arbeitet in Kiel bei falkemedia. Sicher kennst du den Verlag, wenn du, wie ich, ein Foodzeitschrifenjunkie bist. Falkemedia verlegt hier in Deutschland das Sweet Paul Magazin, das ich beispielsweise schon seit der zweiten Ausgabe fest abonniert habe.
Jakob schrieb mir also eine nette Email und machte mich auf eine kleine Neuerung aus dem Hause falkemedia aufmerksam. Denn Foodzeitschriften beschränken sich ja mittlerweile nicht mehr nur auf Printausgaben, sondern produzieren auch nützliche Apps.
Normalerweise bin ich kein App-Fan in der Küche. Beim Kochen oder Backen nebenbei noch auf dem Touchscreen des Tablets oder Smartphones umherwischen? Für mich nicht vorstellbar. Ich leide beim Kochen eh fast schon unter einem Händewaschzwang, wenn ich in der Küche hantiere. Dann habe ich immer nasse Finger und bin eh nur am Hände abtrocknen. Ein Touchscreen kommt für mich da eigentlich nicht in Frage.

Witzigerweise muss ich bei der Simply Yummy App von falkemedia das Tablet nicht mal mit in die Küche nehmen, denn die Rezepte sind dort so schön einfach beschrieben und visuell umgesetzt, dass ich mir das super merken kann. Auch die Mengenangaben sind da dann kein Problem.
Daumen hoch also für Simply Yummy, denn diese App finde ich wirklich "Simply" und "Yummy".


Und damit du dir jetzt nicht nur denkst: "Ja, ja.. jetzt erzählt sie mir wie toll die App doch ist und am Ende schmeckt das ganze gar nicht oder die Rezepte gelingen mir nicht als Backanfänger..." Habe ich mir einfach mal ein Apfel Rezept aus der App rausgesucht und am Wochenende für dich ausprobiert. Und weißt du was mich dabei am meisten beeindruckt hat? Ich hatte alle Zutaten für den Hot Apple Pie der Simply Yummy App im Haus.
Neugierig?

Hier das Apple Pie Rezept für dich, dass du wie gesagt auch auf dem Tablet mit in die Küche nehmen kannst.

Für eine 24cm Tarteform

Teig:
250g Mehl
1 Prise Salz
100g kalte Butter
50g Zucker
1 Eigelb
Schale einer halben Bio Zitrone

30g Schokocookies
Butter zum Einfetten der Form
Mehl zum Verarbeiten

Belag:
500g geschälte Äpfel
30g brauner Zucker oder Kokosblütenzucker (ich nehme den aus der Box vom nu3InsiderClub* Danke für die schöne Box, liebe Katrin und liebe Juliana!)
1 Päckchen Vanillezucker
etwas Zimt

1.) Vermische Mehl mit Salz, Butter, Zucker Eigelb, Zitronenschale und 1-2 EL kaltem Wasser zügig zu einem glatten Teig. Den Teig wickelst du anschließend in Folie, drückst ihn etwas flach und legst ihn für 2 Stunden in den Kühlschrank.

2.)Schäle die Äpfel, putze und entkerne sie und schneide sie anschließend in sehr feine Spalten. Mische den braunen Zucker oder Kokosblütenzucker (der hat übrigens eine sehr feine Karamellnote) mit Vanillezucker und Zimt. Heize deinen Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vor. Fette eine Pie- oder Tarteform mit etwas Butter ein.

3.) Zerbösel die Cookies zu feinen Krümeln.

4.) Nimm 2/3 vom Teig ab und rolle ihn auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche dünn zu einem Kreis aus. Gib nun diesen Teigkreis in die Form. Am besten geht das, indem du den Teig über das Nudelholz aufrollst und mit Hilfe des Nudelholzes in die Form legst. Drücke den Teig an den Rändern gut fest und schneide überstehenden Teig ab. Stich den Boden mehrmals mit einer Gabel ein.

5.) Streue die Cookiebrösel auf den Boden und verteile die Apfelspalten gleichmäßig darauf.

6.) Rolle den restliche Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche aus und schneide ihn in ca. 1 cm breite Streifen. Das kannst du mit einem Messer oder einem Teigrad machen.

7.) Lege nun diese Teigstreifen als Gitter auf die Apfelfüllung und drücke sie an den Rändern fest. Überschüssigen Teig schneidest du mit dem Messer oder deinem Teigrad ab.

8.) Backe den Pie im unteren Drittel des heißen Ofens 35-40 Minuten. Nimm ihn heraus und lasse ihn leicht abkühlen. Schneide den Pie in Stücke und serviere ihn lauwarm.



Ach, eh ichs noch vergesse. Die Simply Yummy App ist übrigens kostenlos. Also kannst du sie einfach mal ohne Nachteile ausprobieren und vielleicht magst du ja auch mal etwas nachbacken.

Wie gehst du mit den "Neuen Medien" in der Küche um? Hat das Tablet bei dir auch Sperrzone, wenn's ans Kochen und Backen geht? Bin nur ich so schlimm mit dem andauernden Händewaschen beim Kochen, oder kannst auch du davon ein Lied singen?
Ich bin neugierig...

Danke fürs Lesen, Nachmachen und Kommentieren. Ich freu mich auf dich.

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{unterwegs} Ein Wochenende mit Wein - Teil 2

7. Oktober 2015 Kommentieren / Ausdrucken?


Wenn du hier schon ein wenig länger mit liest, erinnerst du dich sicher daran, dass ich letzes Jahr überraschend Post bekam und von der Firma Langguth Erben Weine an die Mosel zum Winzerfest eingeladen wurde. Hier kannst du meine Eindrücke vom letzten Jahr nachlesen. Damals fand an diesem Wochenende auch ein kleiner Workshop statt, in dem nach unserer Meinung zur Marke gefragt wurde und nach Verbesserungsmöglichkeiten. Dabei herausgekommen ist jetzt, ein Jahr später, eine große Wein Community - die Erben-Gemeinschaft, die sich nun jährlich in einer kleinen Gruppe zum Winzerfest an der Mosel trifft. Und auch dieses Jahr war ich wieder mit dabei. Diesmal sogar mit der ehrenvollen Aufgabe ein Dessert für 40 Gäste zu kreiiren. Aber dazu später mehr.

Viel lieber möchte ich dir erstmal ein paar Eindrücke vom Wochenende beschreiben.
Die stolzen 500 Kilometer von meinem Zuhause bis an die Mosel habe ich tatsächlich mit meinem kleinen 24 Jahre alten Peugeot 205 bewältigt. Von dem hätte ja niemand geglaubt, dass ich jemals ankommen würde, aber ich bin jetzt stolzer den je auf dieses Auto. Ein kleines Abenteuer war es trotzdem. Seither träume ich davon mit ihm mal bis nach Frankreich ans Meer zu fahren, aber ich merke schon, ich schweife ab.


Zurück an die Mosel. Dort ging es dann gleich los mit etwas Action. Das Dessert für 40 Gäste sollte vorbereitet werden. Zusammen mit Kim, Steffi, unseren Begleitungen und natürlich der liebsten Verena ging es tatkräftig ans Werk.
Ausgedacht hatten wir uns eine fruchtig-sahnige Frischkäse-Mohn-Creme auf Rotweintrauben mit knackigem Haselnuskrokant.
Klingt das nicht für dich auch schon wie Musik in den Ohren? Damit du es auch mal probieren kannst, oder falls du dabei warst, es nochmal nachkochen kannst, gibt's gleich noch das Rezept dazu.
Vorher muss ich dir aber noch unbedingt von den erschwerten Bedingungen berichten.
Wir waren gerade Mitten in den Vorbereitungen: Stromausfall. Oh weh! Hast du dir schon mal Gedanken gemacht was es im Zweifelsfall bedeutet für 40 Personen Sahne ohne Strom zu schlagen? Ich bin ja wirklich kreativ was Küchenpannen angeht, aber das (!), - das stellt sogar mich auf eine harte Probe.
Verena wurde immer blasser, trotzdem blieben wir aber erstmal locker. Zum Glück stand in der Küche ein Gasherd, sodass wir immerhin die Mohnmasse aufkochen und die Rotweintrauben veredeln konnte. Aber langsam wurde es eng.

Zum Glück kam einige Zeit später der Hausmeister, der Strom lief wieder und das Dessert war gerettet. Nochmal alles gut gegangen! Schau mal Katha von Katha.kocht! und auch Yvonne von experimenteausmeinerkueche.de habenauch noch einige hübsche Fotos vom Dessert geschossen. Danke dafür! Ich bin nämlich so gut wie gar nicht dazu gekommen. Einzig einen Einblick inden voll gefüllten Dessertkühlschrank kann ich dir gewähren.


Jetzt aber genug geschwärmt, hier kommt das Rezept. Keine Angst, du musst nicht für 40 Gäste kochen, ich habe es für dich und 5 weitere Gäste aufgeschrieben.

400 g Frischkäse
2 Becher Schlagsahne
2 Päckchen Sahnesteif
80 g Zucker
50 g Mohn gemahlen, besser noch Dampfmohn

1 Vanilleschote
60 ml Erben Spätburgunder
20 g Zucker
600 g rote Tafeltrauben
300 ml    Erben Spätburgunder
3 EL Speisestärke  
1 Prise Zimt
100 g Zucker

300 g Zucker
60 g gehackt oder gemahlene Haselnüsse
40 g Butter

Den Mohn zusammen mit der Vanilleschote und dem ausgekratzen Mark, sowie 10-20g Zucker, je nachdem wie süß du es magst, und 60-80ml Spätbrugunder aufkochen lassen und die Flüssigkeit fast verkochen lassen, sodass der Mohn eindickt. Sollte der Mohn nicht eindicken, hilft dir hier etwas Stärke mit Wein vermischt weiter. Zum Auskühlen beiseite stellen.

Währenddessen die Fruchschicht kochen. Dazu kernlose Tafeltrauben halbieren und mit 250ml Spätburgunder lieblich, 100g Zucker, Zimt, und der restlichen Vanilleschote plus Mark aufkochen lassen. Die restlichen 50ml Wein mit der Stärke verrühren und in die heißen Trauben geben. Das ganze eindicken lassen. Dabei gut rühren, damit sich keine Klumpen bilden. Zum Auskühlen beiseite stellen.

Den Frischkäse mit einem Schluck Sahne und dem Zucker glattrühren. Den Rest Sahne mit dem Sahnesteif steif schlagen. Die ausgekühlte Mohnmasse unter den Frischkäse rühren und die steif geschlagene Sahne unterheben. Kalt stellen.

Für den Krokant 300g Zucker in einer Pfanne karamellisieren lassen, die Butter unterziehen und die Haselnüsse hineinrühren. Nicht zu dunkel werden lassen, da es sonst bitter schmeckt. Auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech glatt streichen und auskühlen lassen. Zum Dekorieren in Stücke brechen.

Jetzt gehts ans Schichten. Dazu erst die Rotwein-Traubenschicht ins Glas füllen, Mohn-Frischkäsecreme daraufgeben und mit Haselnusskrokant und Zitronenmelisse dekorieren.



Danach ging das Get-together entspannt weiter. Leckere vegane Snacks, eine tolle Weinverkostung im schwarzen Glas, sozusagen blind und viele nette Gespäche mit den anderen Teilnehmern rundeten den Abend ab. Danach fiel ich erstmal wie tot ins Bett.

Am nächsten Tag hieß es dann wieder: Rauf auf den Weinberg! Denn dort erwartete uns eine wundervolle Winzervesper auf die ich mich schon seit letzem Jahr wieder gefreut habe. Mit toller Aussicht und mitten auf dem Weinberg ließen wirs uns so richtig gutgehen. Genossen Speis' und Trank und freuten uns auf ein weiteres Highlight des Wochenendes.

Nämlich ein Workshop zum Thema Food- and Winepairing. Der mich persönlich total umgehauen hat. Ich liebe das Spiel mit den verschiedensten Aromen und habe zu dem Thema bestimmt 3 Bücher im Schrank stehen. Toll, wie sich der Geschmack entwickelt, wenn man verschiedene Aromen kombiniert. Und was für eine tolle Veränderung das ergibt, kann man bei der Kombination von Wein und Essen, denke ich, am Besten feststellen.

Mein Lieblingsbeispiel: Ein guter Roséwein, wir tranken Erben Cabernet Sauvignon Rosé Réserve Trocken zusammen mit einem Bissen in einen Weinbergpfirsich. Jeder Geschmack, Wein und Pfirsich stehen grundsätzlich für sich alleine. Isst man aber den Pfirsich und trinkt ein Schlückchen Rosé dazu, schmeckt man auf einmal ein ganzes Erdbeerfeld im Mund. Für mich ein richtig tolles Erlebnis.



Abends erwartete uns dann ein kleiner Empfang in Garten der Villa Langguth, bei dem wir ein weiteres Mal unsere Geschmacksknospen zum explodieren bringen durften. Diesmal ging es darum Wein mit verschiedenen Käsesorten zu kombinieren. Ich verspreche dir, dabei schwebte  nicht nur ich im 7. Wein-Käse Himmel, wenn ich mich da so umgesehen habe, ging es mindestens 90% der anderen Gäste genauso. Dass Wein mit dem richtigen Käse kombiniert wie flüssiger Honig schmecken kann, hätte ich niemals gedacht.

Du siehst, bei einem solchen Wochenende macht man richtig eindrucksvolle Erfahrungen.

Anschließend erwartete uns ein stimmungsvolles Dinner im Weinkeller. Und die Präsentation, des Erben-Crowdsourcing Weins, der mit Hilfe aller Erben-Wein Community Mitglieder entstanden ist.  Mittels 16 verschiedenen Abstimmungen konnten wir nämlich entscheiden, wie der neue Wein werden sollte, in welcher Verpackung und vor allem wie das neue Ettikett dazu aussehen sollte.
Ein Highlight pur.

Für mich aber auch ein Highlight, die Gäste an meinem Tisch, mit denen ich wundervolle Gespräche führte und deren Bekanntschaft mich wirklich sehr gefreut hat. Am Tisch saßen nämlich Dani&Michael von flowersonmyplate und Kim und Max mit denen ich am Tag zuvor das wunderbare Dessert vorbereitet habe. Danke für eure wunderbare Gesellschaft!



Ein weiteres Highlight gab es für mich an diesem Abend auch noch, aber davon erzähle ich dir, wenn die Zeit reif ist. Bleib neugierig.

Hast du schon mal an einem Wein und Foodpairing Workshop teilgenommen? Was waren deine Erfahrungen? Welche Foodparingvarianten kennst du? Hast du gute Tipps für mich?
Ich freue mich auf deine Anregungen.

Danke fürs Lesen, vielleicht sogar Nachkochen und Kommentieren.

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