Winterpasta mit Gin - Soulfood für die kalte Jahreszeit

29. Dezember 2015 Kommentieren Ausdrucken?


Ich bin ein Winterkind. Das bedeutet nicht nur, dass ich im Winter geboren bin, sondern auch, dass ich die kalte Jahreszeit sehr liebe. Ich liebe Schnee und bilde mir sogar ein, dass ich ihn riechen kann. Ich liebe es in der dunklen Zeit Duftkerzen anzuzünden, es mir vor dem Kamin gemütlich zu machen und mich unter der Kuscheldecke mit einem guten Buch zu verkriechen.
Aktuell ist es mein diesjähriges Weihnachtsgeschenk. Das Küchentagebuch von Nigel Slater.* Ein Koch, den ich sehr schätze. Vor ein paar Jahren habe ich einen Bananenkuchen nach einem seiner Rezepte auf dem Blog veröffentlicht. Du findest das Rezept dazu hier: {yummy} Banana Bread.

Aber zurück zum Winterkind. Als richtiges Winterkind schätze ich natürlich gutes winterliches Essen. Zum Glück gibt es ja genug Feste, für die man mal etwas exklusiver den Kochlöffel schwingen und sich richtig Zeit in der Küche nehmen kann. Warme würzige Aromen und Gewürznoten, wie sie beispielsweise auch in Gin enthalten sind, verbinden für mich alles was ein gutes winterliches Essen ausmacht.
Bei einem richtig guten Gin riecht man die Wacholderbeeren regelrecht heraus. Ein wahnsinnig intensiver Duft. Würzig, harmonisch, warm. Einfach herrlich.

Es wundert mich kaum, dass dieses Jahr Gin wieder ganz nach oben auf die Liste der alkoholischen Trendgetränke gerutscht ist. Auch meine eigene Liebe für Gin wurde im vergangenen Sommer auf Kreta entfacht. Dort hat mich der Barmann Xsara an einem Abend mit einem Überraschungscocktail begeistert, der seither mein absoluter Favorit ist. Glaub mir, dieser Gin-Cocktail wird dir auch bald hier begegnen.

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Für mich lag es nach dieser Neuentdeckung nahe etwas mit Gin zu kochen. Und was würde sich im Winter nicht besser eignen als ein bisschen Soulfood in Form von Pasta? Früher war die geheime Zutat einer richtig guten Pastasauce, wer hätte es geglaubt, Wodka! Wusstest du das?
Angeregt von dieser Idee ist das heutige Rezept entstanden.
Allerdings lasse ich den Wodka im Schrank stehen und öffne lieber mit einem Korkenzieher eine gute Flasche von Ferdinand’s Saar Dry Gin*, die mir Philipp vom Casa Deli Shop* zugeschickt hat. Vielen Dank dafür! Du hättest beim Essen dabei sein sollen! Weil das ja nicht geht, verrate nicht nur dir, Philipp, sondern auch dir meine liebe Leserin und mein lieber Leser das wunderbare Rezept für Winterpasta mit Gin. Damit kommst du hoffentlich auch bald in diesen Genuss.

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Für 2 Portionen:
15-20 grüne Pfefferkörner, ich verwende die von Pfeffersack & Söhne*
1-2 EL Olivenöl
1/2 Zwiebel, gewürfelt
Etwa 1 EL Tomatenmark
1 TL Honig
1 Dose gestückelte Tomaten
1 Tasse Gin
1-2 TL Gemüsebrühpulver
1/2 Becher Schmand oder Saure Sahne

Salz, Pfeffer, ein großes Stück Parmesan

200-250g Fettucine gekocht, auf den Fotos siehst du die Rummo Fettuce No. 5* (warum genau ich dir Fettucine vorschlage, erfährst du gleich)


Röste in einer trockenen Pfanne die grünen Pfefferkörner an, bis sie etwas duften. Gib nun das Öl dazu. Wenn es heiß ist, das siehst du daran, dass es um die Pfefferkörner herum blasen wirft, gibst du die Zwiebelwürfel dazu. Dünste diese etwas an, bevor du Tomatenmark und Honig hinzugibst und alles gut miteinander verrührst. Lösche alles mit einer Dose stückiger Tomaten ab und gib den Gin und das Gemüsebrühpulver dazu. Jetzt heißt es Geduld haben, denn nun muss die Sauce etwas einköcheln. Das kann schon so etwa 20 Minuten dauern. Du merkst dann auch, dass der Alkohol des Gins vollständig verkocht ist und es nicht mehr so extrem danach riecht. Wir wollen ja nur den Geschmack in der Pasta und nicht die Prozente. Wenn es soweit ist, schalte die Hitze aus und gib den Schmand und eine gute Portion geriebenen Parmesan dazu. Schmecke alles mit Salz und Pfeffer ab und gib ganz zum Schluss die noch heißen Fettucine dazu. Vermenge alles gut miteinander, sodass die Pasta die Sauce gut aufsaugen kann.

Sicher wirst du von dieser Winterpasta mit Gin genauso begeistert sein, wie ich. Sie schmeckt einfach nur herrlich würzig und fast etwas rauchig. Die Wacholderaromen kommen sehr schön, aber dezent zur Geltung. Für mich ist das auf jeden Fall ein gelungenes Festessen, auch wenn es „nur” Nudeln sind.

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Wusstest du übrigens, dass es in den USA sogar das Gericht „Christmas Fettucine” gibt? Darauf gekommen bin ich erst, als ich vor einigen Tagen wieder ein Mal den Film „Liebe braucht keine Ferien” gesehen habe. Iris sitzt am Weihnachtsabend total deprimiert mit Miles auf der Couch. Im Gespräch geht es selbstverständlich um unerfüllte Sehnsüchte, denn nicht nur Iris trauert einem Mann hinterher, sondern auch Miles ist gerade von seiner Freundin sitzen gelassen worden. Da weiß Iris einen Rat: „Shall I make us a little ... Christmas Fettucine?” Auf Youtube habe ich dir einmal die Szene herausgesucht. Damit wäre wieder einmal bewiesen, dass gutes Essen auch gut für die Seele ist.
Wie die Christmas Fettucine genau aussehen, das wird im Film leider nicht gezeigt. Ich stelle mir aber vor, dass Iris sicher eine ganz besondere Winterpasta gemacht hat und zwar mit einer ordentlichen Portion Gin.

Jetzt wünsche ich dir wundervolle restliche Tage im Jahr 2015. Wir lesen uns wieder im nächsten Jahr. Denn dann heißt es: Neues Jahr, neues Glück, neue Erfahrungen, neue Rezepte - aber immer mit viel Herz und der nötigen Portion Neugierde.
Wenn du wissen möchtest wie mein Jahresrückblick 2015 aussieht, dann nimm dir eine schöne Tasse Tee und lies meine Geschichte.

An dieser Stelle gilt mein Dank an Casa Deli* für die Bereitstellung der Zutaten für meine Winterpasta mit Gin. Ihr habt ein wundervolles Packaging und ich kann jedem nur ans Herz legen, wenn er etwas ganz besonderes sucht oder an einen Foodie verschenken will, dann wird er bei euch sicher fündig. Danke!


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Marzipanlikör und Santa's Cookies

22. Dezember 2015 2 Kommentare / Ausdrucken?


Wusstest du, dass in vielen Ländern an Heilig Abend gar keine Geschenke ausgepackt werden? In Amerika und England zum Beispiel. Denn da kommt erst in der Nacht zum ersten Weihnachtsfeiertag Santa Claus durch den Kamin gerutscht. Damit er zusammen mit den Geschenken den Weg schneller findet und sich nach seiner anstrengenden Tour durch den Kamin etwas erholen kann, stellen die Kinder dort Milch und Cookies für ihn bereit. Ein schöner Brauch, findest du nicht auch?

Aber wir sind ja schon etwas größere Kinder. Du und Ich. Wir wissen, das Santa Claus ein erwachsener Mann ist und nicht nur von Milch und Cookies leben kann. Deswegen gibt es bei mir dieses Jahr für das Christkind, für Santa Claus, den Yulbock und für alle anderen Weihnachtshelferlein etwas ganz besonderes. Milch hat hier nämlich ausgedient. Hin und wieder braucht es einfach etwas Stärkeres.

Dieses Jahr warten auf meinem Weihnachtsteller Marzipanlikör und Blätterteigsterne auf ihren Einsatz. Wir wollen ja, dass die nächtliche Tour von Kamin zu Kamin auch schön fröhlich bleibt. Ich sage „Nein” zu „Stille Nacht” und singe lieber „Oh du Fröhliche!” - Bist du dabei?


Das führt mich gleich dazu, dir ein bisschen zu erzählen, wie meine Feiertage dieses Jahr aussehen werden. Bei einem gemütlichen Abend mit Freunden habe ich nämlich festgestellt, dass die Neugierde daran, wie in den verschiedenen Familien Weihnachten gefeiert wird nie nachlässt.

Seit meine Mama und ich Weihnachten nur zu zweit feiern, haben wir angefangen uns neue Traditionen zu schaffen. Heilig Abend verbringen wir meistens damit, gleich vormittags in die nächstgelegene größere Stadt zu fahren und noch ein wenig über den Christkindlesmarkt zu schlendern. Wir schauen da auch gerne mal in den Geschäften vorbei und gucken allen gestressten Menschen, vornehmlich Männern dabei zu, wie sie mit Panik im Blick noch die letzten Geschenke zusammensammeln. Dabei haben wir immer recht viel Spaß und amüsieren uns über die klassischen Notfallgeschenke, wie Gutscheine, Pafüms und Pralinen.

Anschließend trinken wir gerne noch einen heißen Glühwein aus einem riesigen Weinglas, da darf es dann schon etwas Besseres sein. Am liebsten von diesem einen besonderen Stand, direkt da an der Ecke!
Du kannst dir nicht vorstellen, wieviele neue Weihnachtsbekanntschaften man da schließen kann und welche tollen Gespräche dabei zustande kommen. Ich habe ein wenig das Gefühl, dass die Menschen an Weihnachten viel offener sind als sonst. Gerade hier in der Region, wo die Menschen doch gerne für sich sind. An Heilig Abend rücken alle etwas näher zusammen und werden neugieriger. Ich liebe das.

Zuhause essen wir dann ganz traditionell Kartoffelsalat. Allerdings ohne Würstchen, sondern mit Lachs und Ei. Wir bescheren auch nur ein kleines bisschen und machen es uns dann mit den Stubentigern gemütlich. Vielleicht koche ich dieses Jahr wieder Egg Nogg, denn das war letztes Jahr sehr lustig oder wir probieren mal Santa Claus’ Marzipanlikör. Eine kleine Geschmacksprobe sozusagen, damit wir wissen, was wir ihm für die Nacht bereitstellen.


Wenn du auch einmal probieren magst, dann habe ich hier das Rezept für dich.

Für etwa 700ml Marzipanlikör brauchst du:
200ml Amaretto
200g Marzipanrohmasse
2 Eigelb

Und entweder
300ml Rama Cremefine + 100ml Milch (für alle, die auf Santas Linie achten wollen, damit er auch durch den Kamin wieder hinauskommt),
Oder
400ml Sahne


Gib die Eigelbe zusammen mit dem Marzipan in einen Topf und gieße mit Sahne und/oder Milch auf. Lasse alles unter ständigem Rühren solange köcheln, bis sich die Marzipanklumpen aufgelöst haben. Drehe nun unbedingt die Hitze herunter und gib den Amaretto hinzu. Lass alles nochmal 5 Minuten unter rühren heiß werden und fülle den Likör sofort in eine hübsche Flasche um. Ich habe übrigens eine leere Amaretto Flasche genommen.

Dazu kannst du für Santa noch einige kleine Blätterteig-Schoko-Sterne machen. Das geht super schnell und richtig einfach.
Nimm dir einfach eine Packung fertigen Blätterteig, stich mit einem sternenförmigen Ausstecher kleine Sterne aus und lege in die Hälfte davon ein winziges Stückchen Schokolade. Mit der anderen Hälfte bedeckst du die Schokosterne nun und drückst die Ecken gut zu. Jetzt noch für etwa 10 Minuten bei 180°C in den Backofen, mit Puderzucker bestreuen und schon warten Santa Claus’ Blätterteigsterne auf ihren Einsatz.

Und weil ich glaube, das Santa Claus ein richtige Leckermäulchen ist, natürlich nur er - nicht etwa, dass du jetzt denkst ich würde naschen... - lege ich auf den Cookie Teller gerne noch eine kleine schokoladige Süßigkeit. Und was wäre da nicht besser geeignet, als die Lindor-Kugeln von Lindt*? Irgendwie gehören die doch fast schon zu Weihnachten dazu, meinst du nicht auch?


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Jetzt stehe ich aber zu meiner Neugierde und möchte von dir wissen, wie du den Heiligen Abend verbringst. Was für dich zu Weihnachten unbedingt dazu gehört und welche Köstlichkeiten an den Feiertagen auf dich warten.

Was es bei mir geben wird, verrate ich dir bald, denn unser Menü steht schon. Bleib neugierig!

Ich wünsche dir und deiner Familie an dieser Stelle von Herzem ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest. Genießt die Zeit zusammen und nicht vergessen: "Weihnachtskalorien zählen nicht, wenn man sie mit den Liebsten zusammen zu sich nimmt!"

Mein Dank auch an dieser Stelle gilt auch Tim und der Firma Lindt, die mir die neue LOVE Lindor Design Edition*, die du hier auf den Fotos siehst, zum Naschen zur Verfügung gestellt hat. Danke dafür! - Ich gehe mir jetzt mein Leckermäulchen abwischen!


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Studium? Ja oder nein? - Jahresrückblick 2015 und Ziele

11. Dezember 2015 4 Kommentare Ausdrucken?



Jahresende bedeutet auch immer Jahresrückblick. Das merke ich nicht nur, wenn ich hin und wieder mal durch die Fernsehkanäle zappe, sondern auch ganz konkret an meinen eigenen Gedankengängen. Denn am Jahresende schweife ich gerne mal in die Vergangenheit ab. Und dieses Mal möchte ich Dich mitnehmen. Denn das vergangene Jahr, war für mich ein ganz besonderes Jahr, das mir wahrscheinlich immer als „Jahr der Meilensteine” in Erinnerung bleiben wird.

Du bekommst deswegen heute einen Beitrag zu lesen, der dich in mein Leben entführt und ich verspreche dir, er wird wahrscheinlich harte Kost und sehr persönlich. Also lehn’ dich zurück, mach' es dir gemütlich und lausch’ der Geschichte: "Wie ich meine Baustellen nach so langer Zeit endlich beendet habe".

Mit viel Sarkasmus könnte ich heute im Rückblick sagen: Irgendwann im Leben bist du in deiner eigenen Selbstachtung so weit gesunken, dass es nicht mehr tiefer geht. Aber das wäre vielleicht etwas zu hart. Fangen wir also ganz von vorne an. Im Jahr 2013.



Harte Studienjahre ohne Ziel


2013 war für mich ein ziemlich hartes Jahr. Ich erkannte, dass ich in jeglichem Lebensbereich feststeckte und nicht mehr voran kam. Ich versank im Alltagstrott, in einer Bequemlichkeit und vor allem schüchterte mich eine großen Zukunftsangst ein.

Denn was ich aus meinem Leben machen wollte, das wusste ich damals nicht. Mit einem Abschluss in Politikwissenschaft konnte ich beim besten Willen nichts mehr anfangen. Ich fragte mich oft, was mich nach dem Abitur nur dazu getrieben hatte, diese Geisteswissenschaft zu studieren. Meine Interessen hatten sich im Laufe der Jahre einfach zu sehr verlagert. Meine Leidenschaften führten mich nun in die Welt der Fotografie, hin zum Schreiben und zu diesem Blog.

Das Studium, das ich 2006 noch höchst spannend fand, wurde für mich bald zur Qual. Schnell verschoben war der Gedanke, nach dem Abschluss noch einen Doktortitel in meinem Studienfach zu machen. Ich wusste instinktiv, meine Universitätsausbildung werde ich zwar beenden, aber danach als Politikwissenschaftlerin arbeiten? - Nein. Das wollte ich nicht. Also hing ich irgendwie fest.

Ich hatte mein Ziel aus den Augen verloren und ohne dieses konkrete Ziel mindestens sechs Monate an einer Abschlussarbeit zu schreiben, 130 Seiten aufs Papier zu bringen und sich danach noch vier Abschlussprüfungen zu stellen, war für mich unvorstellbar. - Einfach nicht machbar. Die Aussicht auf einen Universitätstitel reichte mir schon lange nicht mehr aus, um mich dieser Herausforderung zu stellen. Ich wollte wissen, was ich danach machen sollte, wollte einen Plan. Ein Lebensziel, das ich mir selbst aber nicht setzen konnte. Also schob ich sämtliche Entscheidungen, die meine Zukunft betrafen schlichtweg auf und kam 2014 hart auf dem Boden der Tatsachen an.



2014 - Das Jahr der Schlüsselmomente 

2014 wurde dann das Jahr meiner Schlüsselmomente. Ich erinnere mich genau. Ich hatte einen Anlauf gestartet und meinem Professor ein Konzept für die Ausarbeitung meiner Diplomarbeit geschickt, an dem ich immer mal wieder über ein Jahr lang, mehr schlecht als recht, gearbeitet hatte. Kurz vor Ostern lud er mich zur Besprechung in seine Sprechstunde ein und nahm mich und mein Konzept dabei eine volle Stunde lang komplett auseinander.
Das Schlimme für mich? - Er traf genau einen Nerv. Bohrte genau in meine Wunden. Machte klar deutlich, dass er herauslesen konnte, dass hier ein halbherziger Versuch voller Zweifel und Ängste lag.

Ich war fassungslos. Verließ wie in Trance nach dieser einen Stunde sein Büro und schaffte es gerade noch so bis zu meinem Auto, als mir schon die Tränen in die Augen schossen.
Kennst du das Gefühl von Panik? Von purer Verzweiflung? Das Gefühl, dass du nicht mehr weißt, wie es in deinem Leben weiter gehen soll? Genauso fühlte sich das für mich an.
Ich fuhr nach Hause und tat das denkbar Schlechteste, was man in einer solchen Situation tun kann. Ich betrank mich und zwar so maßlos, dass ich vor lauter Weinen und Alkohol bereits um sieben Uhr in einen traumlosen, völlig erschöpften Schlaf fiel.

Am nächsten Morgen war ich, zusammen mit der Sonne um halb fünf hell wach. Voller Wut im Bauch, voller Ehrgeiz und Temperament. Der Gedanke:

"Verdammte Scheiße! Der Typ hat Recht! Das war ein halbherziger Versuch! - Es kann doch nicht möglich sein, dass ich wirklich zu dumm bin, eine solche Arbeit zu schreiben. Tausende vor mir, von denen ich wahrscheinlich nur die Hälfte halte, was ich momentan von mir halte, haben es vor mir geschafft, ich kriege das hin. Irgendwie!"

Mit diesem Gedanken setze ich mich an meinen Schreibtisch und tippte in einer Stunde die ersten fünf Seiten meines Konzepts, die so auch heute in meiner Diplomarbeit stehen.
Ich landete bis zum September 2014 noch einige Male mehr auf der Nase. Rappelte mich immer wieder auf und begann langsam und allmählich durch all diese kleinen Schlüsselmomente in meinem  Leben meine Prioritäten zu verschieben.



2015 - Das Leben aufräumen mit dem Scheuklappenprinzip

Im August setze mir mein Professor eine Deadline. Falls ich meine Diplomarbeit noch bei ihm machen wolle, müsse mein Konzept bis Mitte September vorliegen.
Endlich war der nötige Druck aufgebaut. Ich ackerte wie ein Tier auf diesen Termin hin und gab pünktlich 30 Seiten ab. Für mich war zu diesem Zeitpunkt völlig klar: Wenn die Sprechstunde ein weiteres Mal so fatal ausfallen würde, würde ich mein Studium abbrechen und eine solide Ausbildung machen. Ohne Wenn und Aber.

Ich kann dir verraten. Heute, ja- genau heute, kann ich mein Zeugnis von der Post holen. Ich habe nicht abgebrochen, sondern im September 2014 mein Leben komplett umgekrempelt. Für mich gab es jetzt nur noch eine Sache:

Meine Diplomarbeit schreiben und einen Abschluss machen - und das mit Hilfe des Scheuklappenprinzips.


Was das ist?
Ganz einfach: Egal, ob ich wusste was mich im Leben danach erwartete, egal wie viel Angst ich vor dem Ungewissen hatte, ich zog es durch. Verschloss die Augen vor der Zukunft mit einer Gewissheit, die ich mir immer wieder einreden musste: "Es wird sich alles irgendwie fügen." Manchmal muss man sich Dinge schlichtweg immer wieder selbst einreden, bevor man sie glauben kann.

In dieser Zeit blendete ich die Zukunft komplett aus. Es existierte nur noch das Hier und Jetzt. Deswegen schrieb ich auch keine einzige Bewerbung für die Zeit nach der Uni. Ich kümmerte mich schlichtweg nicht um das, was kommen sollte. Viel zu sehr hätte ich mir damit weiteren Druck oder Versagensängste aufgebaut. Also ignorierte ich das einfach. Ich weiß, diese Methode funktioniert nicht bei jedem. Das ist mir klar. Doch für mich passte es perfekt, denn vor lauter Zukunftsangst, gab es bei mir kaum eine andere Möglichkeit.

Irgendwann nach meiner Entscheidung die Sache endlich einfach durchzuziehen, als ich wirklich im Prozess meiner Abschlussarbeit eingetaucht war und auch mein eigenes Scheuklappenprinzip so sehr verinnerlicht hatte, wurde mir eines bewusst:

"2015 - das wird mein Jahr! Mit dem Abschluss in der Tasche beende ich endlich eine Baustelle, die mich sehr lange Zeit begleitet hat und von vielen Dingen abgehalten hatte, die mir eigentlich wichtig sind: Und zwar Karriere und Reisen."

Der Traum vom Reisen rückt in greifbare Nähe


Ich fasste einen fixen Entschluss. Nach meinen Abschlussprüfungen wollte ich verreisen und zwar alleine, in ein Land, das ich nicht kannte. Deswegen siehst du hier auch lauter Fotos von meinem Asien-Trip.

Warum ich mir das zutraute, alleine als Frau nach Asien zu reisen?
Ganz einfach:
Aus der ganzen Kraft, die ich für die Überwindung meiner Zukunftsängste aufgebracht hatte, schöpfte ich unfassbaren Mut.

Ich sagte mir: "Ich schaffe das. Egal was ist. Ich habe eine für mich so große Hürde genommen, da ist ein längerer Auslandsaufenthalt alleine nur ein kleiner Ausbruch aus meiner Komfortzone."
Außerdem wollte ich die Zeit nutzen, um meinen Kopf frei zu machen. Um mich gesammelt und gefasst auf das vorzubereiten, was ich danach angehen wollte.

Mein Aufenthalt in Thailand und Kambodscha war für mich selbst ein voller Erfolg. Die Erfahrung alleine zu verreisen würde ich gegen nichts eintauschen wollen. Denn viel zu wertvoll sind mir die Erinnerungen und die Intensität mit der ich Thailand und Kambodscha erlebte. Und auch das Gefühl, dass mich beschlich, als ich mich auf den Weg nach München zum Flughafen machte, meinen 10kg schweren Rucksack und die Kamera dabei, überkommt mich heute manchmal noch.

"Habe ich das gerade wirklich getan?"

Ja! Habe ich und es ist wunderbar!



Mut und beste Entscheidungen

Manchmal liege ich abends wach im Bett und gehe nochmal zu Fuß durch Bangkok. Ich genieße jedes einzelne Bild, das vor mir auftaucht und ich weiß genau:
Alleine verreisen und auf eigene Faust ein Land "zu erobern", das ist etwas, das werde ich mir von niemanden mehr nehmen lassen.

So gesehen, war es die beste Entscheidung meines Lebens, mein Studium zu beenden, meinen Rucksack zu packen und auf eine Reise zu gehen. 

Aber auch jetzt einige Monate nach dieser wertvollen Erfahrung stelle ich fest, dass das Leben so viele Abenteuer für mich bereit hält. Mein erster Job. Die Freiheit, nach Hause zu kommen und nicht von Selbstzweifeln geplagt zu werden, ob man diese eine Baustelle im Leben je schließen kann. Denn eines ist sicher:

Diese Baustelle ist beendet. Das Gebäude ist gebaut. Da steht es nun in seiner Pracht und ist eine wichtige Stütze in meinem eigenen Entwicklungsprozess geworden. Niemals hätte ich gedacht, dass eine einfache Abschlussarbeit oder ein Studienabschluss, für mich soviel bedeuten könnte.

Was also für mich ein "Bestes Jahr ausmacht"?

  • Dinge zu erreichen von denen ich nie geglaubt hätte sie zu schaffen.
  • Über mich selbst hinauszuwachsen.
  • Aus meiner Komfortzone auszubrechen.
  • Zu lernen, dass das Leben ein Abenteuer ist.
  • Zu erkennen: Der Sinn des Lebens ist leben.
  • Eine Ruhe und Gelassenheit zu entwickeln, die mich bei Erschütterungen nicht einknicken lässt.
  • Stärke zu gewinnen.
Ich selbst zu sein und zu werden.

So gesehen. Ja - 2015 war mein Jahr.

Einfach machen!


Ich bin gespannt was 2016 für mich bereit hält. Denn, dass es mit diesem Mindset in meinem Kopf spannend wird, das ist klar. Ein langweiliges Leben ohne Fortschritt, ohne Ideen und wilde Kreativität, gepaart mit der Prise Willen der Selbstverwirklichung, das wird es für mich wohl nicht mehr geben.

Ich hoffe du bist noch da. Ich hoffe du hast bis hierhin durchgehalten. Und vielleicht hat dich meine Lebensgeschichte sogar ein klein wenig inspiriert, an eine harte Zeit in deinem Leben erinnert und vor allem eines bewiesen:

Es ist machbar. Egal was du dir vornimmst - Du schaffst es! 

Du musst es nur tun. Und wenn dich die Selbstzweifel und Ängste überrumpeln, dann heißt es manchmal einfach nur:

Augen zu und durch - Scheuklappen aufsetzen und den Fokus auf das kleinste Ziel richten.

Einfach machen.

Gebrannte Cashewkerne mit Kokosblütenzucker

8. Dezember 2015 Kommentieren Ausdrucken?


Ho ho ho!
Und genau mit diesem vorweihnachtlichen Gruß reihe ich mich in das fröhliche Weihnachtstreiben, dass mich auf so manchem Blog zur Zeit überrollt ein. Hier nimm dir ein paar leckere Cashewkerne mit Kokosblütenzucker zum knabbern, während du meine ewig lange Einleitung lesen musst. Denn das Rezept für die gebrannten Cashewkerne mit Kokosblütenzucker gibt’s erst, wenn du dich durchgeboxt und mir vor allem ein paar Fragen beantwortet hast. Fangen wir gleich damit an. Du willst ja schließlich fertig werden, oder?

Ist Dir das auch schon aufgefallen, oder kommt es nur mir so vor, dass auf fast jedem zweiten Blog mittlerweile ein Adventskalender installiert ist? Wie findest du das?

Mit der Weihnachtsstimmung ist es bei mir ja immer so eine Sache. Du erinnerst Dich sicher an letztes Jahr, mitten im Stress mit meiner Diplomarbeit, während ich mich mit Schreibblockaden und der Analyse von Zeitungsartikeln herumschlagen musste, blieb da nicht viel Zeit für Weihachsstimmung. Irgendwie ging das letztes Jahr komplett an mir vorbei. Aber als Dank dafür darf ich übrigens, bereits jetzt fast ein ¾ Jahr nach meiner letzten Prüfung in den nächsten Tagen ein Zeugnis in den Händen halten. Ja, du hast richtig gehört, in diesem Satz ist sehr viel Sarkasmus versteckt.


Nichtsdestotrotz habe ich dabei wirklich etwas gelernt. Und nämlich nicht nur etwas für mein Studium. Viel wichtiger nämlich: Ich habe gelernt, dass man Weihbachstimmung nicht nachholen kann. Und so hatte ich mir bereits letztes Jahr vorgenommen, dieses Jahr die Weihnachtsvorfreude so richtig auszukosten. Und dafür hatte ich sogar einen konkreten Plan.

Mindestens einen Weihnachtsmarkt pro Woche wollte ich mit meiner Anwesenheit beglücken. Aber meistens kommt es ja immer anders als man denkt. Bis jetzt liege ich zwar noch gut im Rennen, immerhin habe ich stolze drei besucht. Aber die leider auch nur mit Ach und Krach. Denn eigentlich wären da wesentlich mehr Besuche in den letzten Tagen möglich gewesen.
Was mir dieses Jahr einen Strich durch die Rechnung macht willst du wissen?

Ok, dann fange ich ganz von vorne an: Nach meinem Besuch auf der Food&Life Messe in München lag ich erstmal eine Woche lang krank im Bett. Prompt musste da die Weihnachtsvorfreude gegen Paracetamol getauscht werden. Die Stimmung an sich, konnte ich nur mit Nasenspray vor dem totalen Absturz retten. Als guter Foodie steht man da jedoch drüber, denn hey.. so eine Messe ist fast schon Pflicht.


So habe ich Dir von da auch eine schöne Anregung mitgebracht. Denn dort habe ich gelernt, dass man kandierte Nüsse, wie zum Beispiel gebrannte Mandeln oder Erdnüsse auch mit Kokosblütenzucker machen kann. Dass das geht, wusste ich vorher noch nicht. Also habe ich mich umso mehr gefreut, als ich in den beiden Bloggerboxen, die mich in den letzten Wochen erreicht haben alles gefunden habe, was ich für dieses Rezept brauche. Ich liebe es, wenn ich etwas ausprobieren will und nicht erst extra dafür einkaufen gehen muss.

Ich stelle Dir deswegen stolz eine Fusion der „nu3-InsiderBox*“ mit der „BlogBox*“ vor:


Oha, was für ein Satz! Alles drin niemanden vergessen? Ich glaube nicht, dann können wir ja weiter zum Rezept voran schreiten, denn das ist es doch, was dich wirklich interessiert.
Wie könnten rohe Cashewkerne mit Kokosblütenzucker und leckeren Gewürzen so veredelt werden, dass sie alle anderen Nüsse auf den Weihnachtsmärkten in den Schatten stellen?

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Ganz einfach, nämlich so:

Bedecke dem Boden einer beschichteten Pfanne mit ausreichend Kokosblütenzucker, gib etwa 1-2 EL Wasser dazu und lasse alles zusammen heiß werden, bis es karamellisiert. Jetzt kannst du die tolle Gewürzmischung von Just Spices dazugeben. Ich fand Oat Meal einfach klasse dafür, aber es gibt auch noch andere Mischungen die sich dazu super eignen. Ganz zum Schluss dürfen nun die Cashewkerne mit dazu. Jetzt heißt es kräftig rühren, damit genügend von der klebrigen Masse an den Kernen hängen bleibt.
Am besten lässt du alles auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech auskühlen, bevor du die gebrannten Cashewkerne servierst oder als Geschenk verpackst. Denn sie eignen sich super als kleiner Gruß aus der Küche.

Die Gewürze, sind es die für mich bei diesem Rezept die Weihnachtsstimmung aufkommen lassen. Und das ganz ohne Weihnachtsmark. Was ist es denn bei dir? Was darf bei dir in der Vorweihnachtszeit nicht fehlen? Ich hatte das vor kurzem bereits auf Facebook gefragt, möchtest du mir deine Antwort auch verraten? Ich würde mich sehr darüber freuen. 

An Kirsten und Kikki von der BlogBox schicke ich auf diese Weise meinen großen Dank. Wunderbar, was ihr alles Tolles in die erste Box gepackt habt. Ich war hin und weg und bin wahnsinnig gespannt, was noch kommen wir! Vielen Dank, dass ihr an mich gedacht habt!

Und auch Kirsten und Juliana vom nu3-Insider Club schicke ich die besten Weihnachtswünsche und meinen großen Dank. Ich liebe eure nu3 Päckchen und freue mich, dass ihr auch jetzt wieder an mich gedacht habt. Das Weihnachtswichteln letztes Jahr war schon so wunderbar, ich bin gespannt, was ihr euch noch so einfallen lasst. Danke!


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